Italienische Polizei fälschte Beweise in Genua

Eineinhalb Jahre nach den blutigen Ausschreitungen beim G8-Gipfel in Genua hat die italienische Polizei jetzt schwere eigene Rechtsverstöße eingeräumt.

Wie italienische Zeitungen am Mittwoch berichteten, gaben Polizeibeamte zu, nach einer Razzia in einer Schule, in der Globalisierungskritiker übernachteten, Beweise gefälscht zu haben. So seien von der Polizei zwei Molotow-Cocktails in die Schule geschmuggelt worden, um so die Demonstranten zu belasten, hieß es.

Bei der Razzia waren Dutzende Menschen von Sondereinheiten der Polizei verprügelt und zum Teil schwer verletzt worden. Viele von ihnen wurden vorübergehend festgenommen. Die Razzia hatte in der Nacht zum 22. Juli 2001 stattgefunden, wenige Stunden nachdem ein junger Demonstrant von einer Polizeikugel tödlich getroffen worden war. Wegen der Gewaltexzesse am Rande des G8-Gipfels war Italiens Polizei scharf kritisiert worden.

Die Schweizer Behörden haben unterdessen bekannt gegeben, rund 50 Personen nicht zur geplanten Demonstration gegen das World Economic Forum (WEF) nach Davos reisen zu lassen. Es sind Leute, die in der Schweiz mindestens zwei Mal wegen Teilnahme an Ausschreitungen verurteilt wurden. Das Forum findet vom 23. bis 28. Jänner statt.

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