Italien: Immer mehr Kinder-Bettler

Immer mehr Kinder-Bettler gehen auf Italiens Straßen ihrem Geschäft nach. Mehr als 20.000 sollen es bereits sein. Die Straßenkinder in Italien stammen mehrheitlich aus Rumänien, Marokko und Albanien.

Rund 50.000 ausländische Kinder, die sich auf den Straßen aufhalten, wurden von der Polizei in den Jahren 2000 bis 2005 identifiziert. Die Zahl der minderjährigen Bettler ist in einem Jahr um zehn Prozent gestiegen, teilte die Präsidentin der Kinderkommission in der Abgeordnetenkammer, Maria Burani Procaccini, mit.

Der Handel mit Kinder-Bettlern beschert den Kriminellenorganisationen bis zu 500 Millionen Euro pro Jahr, so Procaccini.

Die italienische Frauenministerin Stefania Prestigiacomo appellierte, Kinder verstärkt zu schützen. Immer mehr Minderjährige aus Dritte-Welt-Ländern und aus Osteuropa würden von skrupellosen Organisationen als Bettler eingesetzt. Allein aus Osteuropa verschwinden jährlich 6.000 Kinder und Jugendliche, die zur Prostitution gezwungen werden.

“Menschenhandel ist die abscheulichste Form von Sklaverei”

Auch der Menschenhandel in Zusammenhang mit dem Organhandel sei eine Plage, die Europa aktiv bekämpfen müsse, meinte die Ministerin. Der Menschenhandel sei die abscheulichste Form von Sklaverei.
Die italienische Abgeordnetenkammer hatte 2003 ein Gesetz verabschiedet, mit dem strengste Maßnahmen gegen internationale Schlepperbanden eingeführt wurden, die täglich Hunderte von Menschen illegal in das Land bringen. Laut dem neuen Gesetz wird Menschenhandel als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bewertet und mit Haftstrafen bis zu 20 Jahren bestraft. Die selben Strafen drohen den Banden, die Frauen als Prostituierte und Kinder als Bettler oder Taschendiebe ausnutzen.
Die Strafen können um ein Drittel verschärft werden, wenn die Opfer Minderjährige sind oder wenn der Menschenhandel Organexplantationen zum Ziel hat. Opfern, die Menschenhändler anzeigen, wird der italienische Staat Schutz anbieten.
  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Italien: Immer mehr Kinder-Bettler
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen