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Istanbuler Polizei deckt Chemikalien-Lager auf

Nach den verheerenden Selbstmordanschlägen von Istanbul hat die türkische Polizei ein Lager mit bombenfähigen Chemikalien aufgedeckt und damit möglicherweise neue Anschläge verhindert.

Im Keller eines Hauses im europäischen Stadtteil Zeytinburnu stellten die Fahnder 12 Säcke Kaliumnitrat, Sprengstoff und Zündvorrichtungen sicher, wie türkische Medien am Dienstag berichteten. Die Menge sei ausreichend gewesen, um fünf weitere Autobomben zu präparieren, schrieb die Zeitung „Sabah“.

Das Gebäude, in dem das Lage gefunden wurde, gehöre Mehmet Kus, einem Verwandten der mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom November. Kus wurde einer Meldung der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi zufolge am Dienstag festgenommen und vor ein Gericht der Staatssicherheit gebracht. Insgesamt nahm die Polizei bei Razzien in Istanbul und in der Stadt Konya 20 Verdächtige fest. Bei den Anschlägen im November, die zwei Synagogen sowie das britische Generalkonsulat und eine britische Bank zum Ziel hatten, waren 62 Menschen getötet und mehr als 750 verletzt worden. Auch dabei hatten islamistische Terroristen Düngemittel als Sprengstoff benutzt.

Das Lager mit den fertigen Bombenladungen hatte die Polizei ausgehoben, nachdem ein inhaftiertes mutmaßliches Mitglied der Verschwörer „ausgepackt“ hatte. Nach seinen Aussagen waren weitere Anschläge geplant gewesen. Angesichts des Fahndungsdrucks seien die Bomben jedoch versteckt worden und die verbliebenen Mitglieder der Terrorzelle in den Untergrund gegangen.

Der Türke, gegen den Haftbefehl erging, sagte im Verhör, ein Verwandter habe das Material bei ihm untergestellt, ohne dass er von dessen Brisanz gewusst habe. Laut Medienberichten soll er ein Cousin eines der vier mutmaßlichen Anführer der türkischen Terrorzelle sein. Diese sollen die Aufträge zu den Terroranschlägen in der Türkei bei Aufenthalten in Afghanistan vom Terrornetzwerk El Kaida entgegengenommen haben.

Bei einer Polizeioperation in der mittelanatolischen Stadt Konya gab es den Berichten zufolge acht Festnahmen. Fünf von den Festgenommenen, die in die Istanbuler Anschläge verwickelt sein sollen, wurden zum weiteren Verhör nach Istanbul gebracht. Einige namentlich bekannte führende Köpfe der türkischen Terrorzelle werden im Ausland vermutet. Möglicherweise sollen sie sich nach Syrien abgesetzt haben.

Der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, kündigte für die kommenden Tage eine Pressekonferenz an. Die Zeitung „Zaman“ berichtete, die türkische Polizei habe die US-Behörden darüber unterrichtet, dass türkische Mitglieder des El-Kaida-Netzwerks von Osama bin Laden Attentate in der irakischen Stadt Tikrit verüben könnten. Drei im Zusammenhang mit den Istanbuler Anschlägen gesuchte Türken hätten sich zu diesem Zweck über Syrien in den Irak abgesetzt. Die Polizei habe den zuständigen US-Stellen die Namen und die Phantombilder der drei Verdächtigen zukommen lassen.

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