AA

Israelische Armee zieht sich aus Nablus zurück

Rund zwei Tage nach ihrem Einmarsch hat sich die israelische Armee wieder aus der Stadt Nablus und dem palästinensischen Flüchtlingslager Balata im Westjordanland zurückgezogen.

Vor dem Rückzug sprengten Soldaten das Haus eines örtlichen Chefs der Brigaden der El-Aksa-Märtyrer, einem bewaffneten Arm der Fatah-Organisation des palästinensischen Präsidenten Arafat.

In einer Erklärung kündigte die Armee unterdessen Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den besetzten Gebieten im Westjordanland und im Gazastreifen an. Darunter fällt den Angaben zufolge, dass sich Familienväter über 35 Jahre künftig ohne Einschränkung um Arbeit in Israel bewerben können sollen. Zudem soll es rund 4.000 palästinensischen Händlern, die älter als 28 Jahre sind, gestattet werden, auf israelisches Gebiet einzureisen. Die Zulassung könne später auch auf Händler ab 24 Jahre, die zudem Familienväter seien, ausgedehnt werden, hieß es in der Erklärung weiter.

Der israelische Justizminister Lapid bestätigte den in Kürze geplanten Abriss von vier weiteren illegalen Siedlungen. Er hoffe, dass die Siedler „keine Probleme” bereiteten, sagte Lapid im öffentlichen israelischen Rundfunk. Sie störten Israels Beziehungen mit den USA und der Europäischen Union. Zwei der Siedlungen liegen im Norden des Westjordanlandes, die beiden anderen im Süden; von ihnen ist nur die Siedlung Ginot Arjeh im Norden bewohnt.

Der internationale Nahost-Friedensplan, die so genannte Roadmap, fordert von Israel den Abriss aller illegalen Siedlungen, die seit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Ariel Sharon im März 2001 gebaut wurden.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Israelische Armee zieht sich aus Nablus zurück
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.