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Israelische Armee zieht aus Rafah ab

Nach einer blutigen Offensive mit neun Toten haben sich die israelischen Streitkräfte am Mittwoch aus dem Flüchtlingslager Rafah im Gaza-Streifen zurückgezogen.

Acht Palästinenser, darunter drei Zivilpersonen, kamen während der Militäraktion am Dienstag ums Leben, ein neunter wurde bei Gefechten Mittwoch Früh getötet, wie Krankenhausmitarbeiter sagten. Mehr als 40 weitere Personen wurden verletzt.

Wie die Streitkräfte mitteilten, griffen Extremisten die Soldaten während der Razzia mit Granaten und Schusswaffen an. Ziel der Operation war laut Armee die Suche nach Tunneln, durch die nach israelischen Angaben Waffen von Ägypten in den Gazastreifen geschmuggelt werden. Die Streitkräfte erklärten, die Soldaten hätten einen 17 Meter tiefen und 800 Meter langen Tunnel entdeckt und gesprengt. Der Eingang habe sich in einem Haus befunden. Insgesamt seien in diesem Jahr mehr als 40 solcher Tunnel entdeckt worden.

Nach dem Rückzug der israelischen Truppen begannen die Einwohner des Lagers, den Schaden zu begutachten. Wasser- und Kanalsysteme seien beschädigt, und Stromkabel abgerissen, sagten sie. Einige Personen suchten in den Trümmern nach ihren persönlichen Habseligkeiten. Andere trugen kaputte Möbelstücke, Fernseher und Matratzen durch die Straßen. Mitarbeiter der Vereinten Nationen wollten sich vor Ort einen Eindruck von der Situation verschaffen.

Es war die blutigste israelische Militäroffensive seit mehr als zwei Monaten: Am 20. Oktober kamen bei einem Angriff auf das Flüchtlingslager Nusseirat im Gaza-Streifen 14 Palästinenser ums Leben.

Bei einem palästinensischen Raketenangriff auf eine jüdische Siedlung im nördlichen Gaza-Streifen wurden am Dienstagabend zwei Israelis verwundet. Im Westjordanland erschossen israelische Soldaten auf der Suche nach militanten Palästinensern einen Mann. Nach palästinensischer Darstellung handelte es sich bei dem Opfer um einen Passanten. Die israelischen Streitkräfte erklärten dagegen, der Mann habe eine Brandbombe werfen wollen. Der Vorfall ereignete sich am Dienstag in der Nähe von Nablus. Andernorts im Westjordanland nahmen israelische Truppen mutmaßliche Aktivisten der Hamas-Bewegung fest. Palästinenser sprachen von mehr als 20 Festnahmen.

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