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Israel will 400 Palästinenser freilassen

Das israelische Kabinett hat am Sonntagabend die Freilassung von 442 palästinensischen Häftlingen beschlossen. An den Händen der Entlassenen klebe kein Blut, so Israel.

Wie aus israelischen Regierungskreisen verlautete, sollen die Häftlinge am Mittwoch freikommen. Unterdessen wurden bei einem Angriff auf zwei Autos im Westjordanland eine israelische Frau und ihre drei Kinder verletzt.

„Israel hat entschieden, mehrere hundert Gefangene freizulassen, an deren Händen kein Blut klebt“, sagte Justizminister Lapid nach der Kabinettssitzung. Die Zahl der Freilassungen liege unter den 540 angekündigten, weil die Haftzeit von einigen Gefangenen auf der ursprünglichen Liste bereits abgelaufen sei und sie in den vergangenen Tagen bereits entlassen worden seien.

Unter den 442 Häftlingen sollen den Regierungsangaben zufolge Verwaltungshäftlinge, illegale Arbeiter und Verbrecher sein. Ob auch Mitglieder der radikalen Palästinenserorganisationen Hamas oder Islamischer Jihad freigelassen werden, wurde zunächst nicht bekannt.

Bei einem Überfall militanter Palästinenser auf zwei Autos im Westjordanland sind nach israelischen Armeeangaben am Sonntag eine Israelin und ihre drei Kinder verletzt worden. Die Palästinenser beschossen die Autos auf einer Straße zwischen der jüdischen Siedlung Har Gilo und Jerusalem. Zu dem Angriff bekannten sich die radikalislamischen Al-Aksa-Brigaden.

Die Palästinenser-Regierung bot Israel unterdessen an, sich im Gegenzug für weitere Fortschritte im Friedensprozess bei den radikalen Gruppen für eine Ausweitung der bis Ende September befristeten Waffenruhe einzusetzen. Nach einem Treffen mit dem palästinensischen Außenminister Shaath in Jerusalem lehnte dessen israelischer Kollege Shalom die Offerte jedoch ab. Er beharrte auf der Forderung, dass die Palästinenser-Regierung die „terroristische Infrastruktur“ im Westjordanland und im Gaza-Streifen zerschlagen müsse.

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