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Israel schlägt mit voller Härte zurück

Israel hat am Mittwoch den Sitz Arafats in Gaza angegriffen. Arafat blieb unverletzt. Israel führte einen Panzervorstoß in Nablus und Ramallah.

Mit massiven Militärschlägen auf Ziele in den palästinensischen Autonomiegebieten im Gazastreifen und im Westjordanland hat Israel auf die jüngsten Anschläge von Palästinensern reagiert. Schiffe der israelischen Marine beschossen am Mittwoch früh das Hauptquartier von Palästinenserpräsidenten Yasser Arafat in der Stadt Gaza. In Nablus im Westjordanland und in Ramallah rückten Panzer vor. Mindestens neun Palästinenser wurden getötet.

Außerdem feuerte nach palästinensischen Angaben ein israelischer Hubschrauber eine Rakete auf den Gebäudekomplex von Arafat in Ramallah ab. Der Palästinenserpräsident blieb unverletzt. Die Rakete sei gegen das Büro des militärischen Geheimdienstes gerichtet gewesen, sagte Sicherheitschef Mohammed Dahlan. Arafat sitzt seit Dezember in Ramallah fest.

In Gaza beschossen Schiffe der israelischen Marine aus 300 Metern Entfernung die Meeresfront von Arafats Hauptquartier. Eine Rakete schlug im Hof der Anlage ein und riss vier Leibwächter der „Force 17“ in den Tod. Acht Menschen wurden verletzt, zwei von ihnen schwer. Zur gleichen Zeit griffen ein Kampfflugzeug des Typs F-16 und Hubschrauber Einrichtungen der palästinensischen Sicherheitsbehörden an. Mindestens 27 Explosionen erschütterten die Stadt.

Über Gaza stieg eine riesige Rauchwolke auf. Bewohner in der Umgebung von Arafats Amtssitz flohen in Panik auf die Straßen. In den Krankenhäusern wurden nach Angaben von Ärzten 65 Menschen mit Schocksymptomen und drei mit Verletzungen durch Splitter behandelt. Nach Berichten von Augenzeugen wurden auch mehrere Botschafterresidenzen und ein UNO-Gebäude beschädigt.

Bei einem Vorstoß israelischer Panzer in Nablus im Westjordanland wurden wenig später fünf palästinensische Polizisten getötet. Die Panzer schossen mit Granaten auf zwei Polizeiposten, wie Augenzeugen berichteten. Außerdem drangen nach palästinensischen Angaben israelische Panzer von drei Seiten in Ramallah ein und eröffneten das Feuer auf Kontrollpunkte der Autonomiebehörde. Angaben zu Toten oder Verletzten lagen vorerst nicht vor.

Die israelischen Streitkräfte bezeichneten den Angriff auf Gaza als Antwort auf wiederholte Anschläge von Palästinensern und auf das Versagen der Autonomieregierung, diese zu stoppen. Zuvor waren bei einem Überfall von Palästinensern westlich von Ramallah sechs Israelis erschossen worden. Die Täter konnten nach israelischen Medienberichten entkommen. Auf einem Flugblatt bekannten sich die Al-Aksa-Brigaden zu dem Überfall. Ein weiterer Anschlag schlug fehl, weil der Fahrer eines israelischen Busses nahe der Ortschaft Mehola im Westjordanland einen Selbstmordattentäter in letzter Minute aus dem Fahrzeug stieß. Der Mann kam bei der Explosion des Sprengsatzes ums Leben.

Der Angriff auf das Hauptquartier des palästinensischen Präsidenten in Gaza ist der erste seit Beginn des Aufstands vor 17 Monaten. Der palästinensische Generalmajor Abdel Rasek Madshaidie sagte der Nachrichtenagentur AP: „Mit dem Angriff auf Arafats Büro hat Israel alle roten Linien überschritten.“ Arafat befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs in Ramallah.

Die USA riefen Arafat erneut auf, gegen Extremisten in den eigenen Reihen vorzugehen. „Wir sind sehr besorgt“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher. „Arafat und die palästinensische Verwaltung müssen starke, entschlossene und unumkehrbare Schritte ergreifen, um Gewalt und Terror zu stoppen.“

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon kündigte bereits vor den neuen Angriffen an, dass die Armee künftig noch härter gegen palästinensische Extremisten vorgehen werde. Das israelische Sicherheitskabinett kommt am Mittwoch zu einer Sitzung zusammen. Sharon steht unter Druck von Hardlinern seines Likud-Blocks, massiv gegen die Palästinenser vorzugehen.

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