Israel gedenkt des entführten Soldaten Gilad Shalit

Israel hat am Freitag des Soldaten Gilad Shalit gedacht, der vor vier Jahren von militanten Palästinensern in den Gazastreifen entführt worden war.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) appellierte aus diesem Anlass an die im Gazastreifen herrschende Hamas-Organisation, endlich Besuche der Familie sowie von Vertretern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) bei dem gefangenen Korporal zuzulassen. “Die grausame Behandlung von Shalit fügt ihm und seiner Familie nur unnötiges Leid zu”, heißt es in der Erklärung. Die Hamas verletze damit auch das Kriegsrecht.

Die Familie des entführten Soldaten will am Sonntag einen Marsch vom Heimatort Mizpe Hila nach Jerusalem beginnen. Dort will sie in einem Zelt vor dem Amtssitz von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu so lange ausharren, bis der von der Hamas geforderte Gefangenenaustausch erfolgt ist. “Wir werden nicht ohne Gilad nach Hause gehen!”, schwor der Vater Noam Shalit.

Palästinensische Extremisten hatten am 25. Juni 2006 einen israelischen Grenzposten angegriffen und dabei zwei Soldaten getötet. Sie verschleppten dann den heute 23 Jahre alten Shalit von israelischem Boden in den Gazastreifen. Die Hamas hat alle Forderungen nach Besuchen abgelehnt. Es bestehe die Gefahr, dass Israel dann den Aufenthaltsort erfahren würde und einen gewaltsamen Befreiungsversuch unternehmen könne, heißt es. Der führende Hamas-Funktionär und ehemalige Außenminister Mahmoud al-Zahar, dessen Sohn bei einem israelischen Militärschlag in Gaza ums Leben gekommen war, warf Israel vor, von einer Vereinbarung für einen umfassenden Gefangenenaustausch abgerückt zu sein.

Israel soll im Gegenzug für die Freilassung von Shalit 1000 palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen. 450 davon sind von der Hamas ausgewählt worden. Sie verbüßen wegen der direkten oder indirekten Beteiligung an blutigen Terroranschlägen zum Teil lebenslange Freiheitsstrafen. Nach einer Umfrage der israelischen Tageszeitung “Yedioth Ahronoth” (Freitag) würden 72 Prozent der Israelis die Freilassung von “hunderten palästinensischen Mördern” im Austausch für Shalit akzeptieren.

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