Israel: Arafat starb möglicherweise an AIDS

Aufgrund der Symptome und seiner "homosexuellen Vergangenheit" gingen Experten davon aus, dass Yasser Arafat an Komplikationen gestorben ist, die mit dem AIDS-Virus zusammenhängen.

Das schreibt die israelische Online-Zeitung „Jerusalem Newswire“ am Dienstag. Arafat habe bei seiner Einlieferung in das französische Militärspital bei Paris eine fleckige Haut gehabt und eine verringerte Anzahl der Blutplättchen, was sein Immunsystem geschwächt habe.

Außerdem seien die mentalen Fähigkeiten des PLO-Chefs eingeschränkt gewesen und bei Arafat sei ein beträchtlicher Gewichtsverlust festgestellt worden. Dies alles seien Hinweise auf eine AIDS-Erkrankung, schreibt „Jerusalem Newswire“. Die Online-Zeitung weist zudem auf „zahlreiche Quellen“ hin, die Arafats Homosexualität belegen.

So sei Arafat in den 1970er und 1980er Jahren bei seinen Besuchen beim rumänischen Diktator Nicolae Ceausescu in Bukarest vom dortigen Geheimdienst beobachtet worden. Der frühere Chef des rumänischen Geheimdienstes, Ion Mihai Pacepa, der Arafats Gästesuite nach eigenen Angaben mit Spionagegeräten überwacht hatte, berichtet nach seiner Flucht in den Westen in seinem Buch „Red Horizons“ von homosexuellen Ausschweifungen Arafats mit seinen Leibwächtern.

Der frühere Redenschreiber des Weißen Hauses, David Frum, meinte unter Hinweis auf die Krankheitssymptome bei Arafat, dieser habe an einer Immunschwächekrankheit gelitten. In „National Review Online“ beschuldigte Frum die Medien, es lange Zeit verabsäumt zu haben zu fragen, ob Arafat an einer HIV-Infektion leide.

Der Geheimdienstexperte John Loftus erklärte vor Kurzem gegenüber dem Sender ABC News, die CIA habe seit Jahren gewusst, dass Arafat AIDS-infiziert sei. Vor allem aus diesem Grund habe Washington Israel gedrängt, den Palästinenserpräsidenten nicht zu eliminieren. „Sie hielten es für besser, ihn als Homosexuellen zu diskreditieren“.

Laut israelischer Zeitung „Maariv“ überprüfen die Behörden des Landes die Möglichkeit, dass Arafat an AIDS gestorben sei. Die erworbene Immunschwäche sei eine der wahrscheinlichen Erkrankungen, sei der israelische Geheimdienst überzeugt. Als ein Hinweis darauf werden dem Bericht zufolge Angaben zum Blutbild des kranken Arafat gesehen.

Beobachter in Israel halten eine AIDS-Erkrankung Arafats für einen möglichen Grund, warum bis jetzt die offizielle Erklärung der Todesursache nicht veröffentlicht wurde. In der arabischen Welt gelte Homosexualität als Sünde und Verbrechen, insbesondere in fundamentalistischen Kreisen.

“Le Canard enchaine”: Arafat hatte Leberzirrhose

Yasser Arafat hatte nach Informationen des Pariser Satire- und Enthüllungsblattes „Le Canard enchaine“ eine Leberzirrhose, die nicht von Alkoholgenuss herrührt. Der überzeugte Wassertrinker sei wahrscheinlich an einer Vielzahl Ursachen gestorben, schreibt die Zeitung (Ausgabe vom 17. November) unter Berufung auf Ärzte mit Zugang zum Krankendossier. Arafat war am 11. November in der Militärklinik Percy bei Paris gestorben.

In Palästinenserkreisen hält sich der Verdacht, er sei vergiftet worden. Dem Bericht zufolge wurde Arafat in seinem Hauptquartier in Ramallah nicht angemessen behandelt. In der Klinik Percy in Clamart sei er wegen einer Verschlimmerung seiner „mechanischen“ Zirrhose ins Koma gefallen und es habe eine Blutung gegeben.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Israel: Arafat starb möglicherweise an AIDS
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.