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Isolierte Familie in Holland: Jetzt spricht der Barkeeper

Auf dieser Farm lebte die Familie jahrelang im Keller
Auf dieser Farm lebte die Familie jahrelang im Keller ©APA-ANP - Wilbert Bijzitte
Die Kinder haben offenbar nicht gewusst, dass es außer ihnen noch Menschen auf der Welt gibt.
Familie lebte jahrelang im Keller

Total isoliert von der Außenwelt haben mehrere Menschen gut neun Jahre lang in einem Bauernhof in den Niederlanden gehaust. Bis ein Mitglied der Familie in einer Bar auspackte.

Fünf Bier getrunken und wieder gegangen

Barkeeper Chris Westerbeek (27) schildert in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung jene Minuten, wie ihm der älteste Sohn (25) seine unglaubliche Geschichte erzählte: „Er sagte, dass er Jan heiße, weggelaufen sei und Hilfe brauche.“ Schon eineinhalb Wochen zuvor sei der Mann in seinem Lokal gewesen. Damals habe er aber nichts von seinem Geheimnis verraten. Er habe hastig fünf Bier getrunken und sei dann wieder gegangen.

Schäbiges Erscheinungsbild

Der 25-Jährige soll laut "Bild"-Zeitung in der Dorfkneipe in der Provinz Drenthe über einen seltsamen Glauben gesprochen haben, dem die Familie verfallen war. „Ich habe es nicht ganz verstanden“, zitierte die Zeitung "AD" einen der Männer, die sich dort mit ihm unterhielten. „Er sagte, das Tageslicht sei schlecht. Als wir fragten, ob es ein Kult sei, wusste er nicht, was dieses Wort bedeutet.“

Der junge Mann habe ein schäbiges Erscheinungsbild gehabt, als er bei bei seinem Barbesuch auspackte: Lange Haare, dreckiger Bart und verwirrter Blick. Chris Westerbeek hörte aufmerksam zu und alarmierte danach sofort die Polizei. Die Beamten fuhren zu dem Bauernhof und entdeckten hinter einem Schrank eine Tür mit Treppe, die in den Keller führt. Unten fanden die Polizisten die Familienangehörigen vor.

"Da trafen wir sechs Menschen an in einem abschließbaren kleinen Raum in der Wohnung, es war kein Keller", präzisierte die Polizei. "Es ist undeutlich, ob sie dort freiwillig waren."

Familien-Drama in Holland

Der Fall gibt viele Rätsel auf

Die Kinder sollen unbestätigten Angaben zufolge zwischen 18 und 25 Jahre alt sein. Niederländische Medien berichteten, Vater und Kinder hätten im Keller auf „das Ende der Zeit gewartet“. Offenbar hatte der Vater schon vor ein paar Jahren eine Schlaganfall erlitten und war wohl pflegebedürftig. Die Mutter ist laut Information des Bürgermeisters der Gemeinde De Wolden (zu der das Dorf Ruinerwold gehört) schon vor Jahren verstorben. Die Kinder hätten nicht gewusst, dass es außer ihnen noch Menschen auf der Welt gibt. Ein Mann, der nicht zur Familie gehört, soll die Familie all die Jahre versorgt haben. Im Garten habe er Gemüse gepflanzt und Ziegen und Gänse gehalten. "Der Mann war jeden Tag da. Von Kindern hatte ich keine Ahnung. Ich bin völlig überrascht", sagte einer der Nachbarn. Ein anderer Nachbar beschrieb ihn als "beißend". Sie nannten ihn "Josef, den Österreicher".

Österreicher festgenommen

Der 58 Jahre alte Österreicher wurde festgenommen. Er war nach Angaben der Polizei Mieter des Bauernhofes und soll dort regelmäßig Reparaturen ausgeführt haben, aber dort nicht gewohnt haben. In welcher Beziehung der Österreicher zu der Familie stand, ist weiter unklar. Die Polizei konnte auch noch nicht sagen, weshalb die Familie auf dem Hof lebte. Die Familie war dem Einwohnermeldeamt nicht bekannt. Die Nachbarn sollen all die Jahre nichts mitbekommen haben.

Generell sind die Informationen zu dem Fall in den Niederlanden noch sehr spärlich und sickern nur sporadisch durch. Über die genaueren Lebensumstände und den Gesundheitszustand der befreiten Keller-Familie gab es seitens der Polizei zunächst keine Angaben. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Viele Fragen sind noch offen. Die Familie befinde sich an einem sicheren Ort.

ZiB-Bericht zur isolierten Familie

(Red.) (APA)

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