Islamistische Rebellen in Syrien vereinigen sich

Sieben der wichtigsten gegen Syriens Staatschef Assad kämpfenden islamistischen Rebellengruppen haben ihren Zusammenschluss verkündet. Es sei eine "vollständige Vereinigung" beschlossen worden, teilte ein Sprecher der Liwa-al-Tawheed-Brigaden, der größten Aufständischengruppe in der nördlichen Rebellenhochburg Aleppo, am Freitag im Onlinenetzwerk Facebook mit.


Die neue Organisation trägt den Angaben zufolge den Namen Islamische Front. Die Islamische Front sei eine “unabhängige soziale und militärische Kraft”, hieß es später in einer Erklärung. Ihr “Ziel” sei es, “das Assad-Regime zu stürzen und es durch einen gerechten islamischen Staat zu ersetzen”.

In Aleppo und Umgebung hatten Assads Regierungstruppen in den vergangenen Wochen Boden gut gemacht. Beobachter führten dies unter anderem auf Streitigkeiten zwischen den Rebellen zurück. Erst am Montag erlag der Liwa-al-Tawheed-Kommandant Abdel Kader Saleh bei Kämpfen mit der Armee erlittenen Verletzungen.

Die vereinte Islamische Front zählt etwa 50.000 Kämpfer. Der Liwa-al-Tawheed-Brigade gehören etwa 8.000 Kämpfer an, die den Muslimbrüdern nahe stehen. Weitere Mitglieder der Islamischen Front sind unter anderem Ahrar al-Sham (Salafisten), Jaysh al-Islam (gilt als Saudi-Arabien nahestehend) und die Kurdische Islamische Front.

Dem Zusammenschluss fern blieben Gruppen mit Beziehungen zu Al-Kaida wie die militante Gruppierung Islamischer Staat im Irak und in der Levante (ISIS) sowie die Al-Nusra-Front. Die Uneinigkeit der Rebellen ist nach Einschätzung von Experten einer der Gründe für Vorstöße der Assad-Armee in der jüngsten Zeit, unter anderem in der Region Kalamun an der Grenze zum Libanon.

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