Islam-Student muss wegen Hilfe für kranke Nachbarin in Haft

Ein Islam-Student ist in Saudi-Arabien wegen unsittlichen Betragens für 50 Tage im Gefängnis gelandet, und alles nur weil er seiner kranken Nachbarin geholfen hat.

Der Nigerianer, der erst kürzlich zum Islam konvertiert war, hatte die 63-jährige Frau zur Behandlung in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Riad gebracht.

Wie die Zeitung „Arab News“ am Montag berichtete, besuchte er sie anschließend in ihrer Wohnung. Während er mit der Nachbarin, die inzwischen von drei weiblichen Verwandten in ihrer Wohnung betreut wurde, einen Schwatz hielt, stürmten mehrere Saudis die Wohnung. Die Männer von der islamischen Religionspolizei hätten ihn und die drei Frauen festgenommen, berichtete der Nigerianer Ibrahim Mohammed Lawal der Zeitung.

In seiner Zelle im Malas-Gefängnis erklärte er verständnislos: „Ich wollte einer Frau, die krank war, etwas Gutes tun, und das ist nun der Dank.“ Sein Wunsch sei es nun, nach Nigeria zurückzukehren. In Saudi-Arabien ist es verboten, dass sich ein Mann und eine Frau gemeinsam in einem Raum aufhalten, wenn sie nicht miteinander verwandt oder verheiratet sind. Auf die Einhaltung dieser und anderer Regeln der puritanischen wahabitischen Strömung des Islams, die in Saudi-Arabien Staatsreligion ist, wacht die sogenannte Behörde zur Förderung der Tugend und zur Verhinderung der Sünde.

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