IS zerstörte offenbar erste Statuen im Palmyra-Museum

Angriff auf historische Stätten von Palmyra
Angriff auf historische Stätten von Palmyra
Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach Angaben eines syrischen Provinz-Gouverneurs antike Statuen in einem Museum an der Welterbestätte Palmyra zerstört. Einige der Skulpturen in der Ausstellung seien von den Extremisten zerschmettert worden, sagte der Chef der Provinz Homs, Talal Barazzi, der dpa am Mittwoch. Offenbar wurden auch einige Statuen im Baal-Tempel zerstört.


Nach Angaben von Aktivisten hat der IS im antiken römischen Theater der Oasenstadt Palmyra auch 20 Männer erschossen. Die Männer seien beschuldigt wurden, Schiiten und Aleviten zu sein, die für die Regierung gekämpft hätten, sagte der Leiter der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, am Mittwoch.

Sie seien vor einer Menschenmenge in dem Theater der antiken Stadt erschossen worden, deren Ruinen zum Weltkulturerbe gehören. Die Beobachtungsstelle hatte am Sonntag gemeldet, dass die IS-Miliz seit der Einnahme der Wüstenstadt vor knapp einer Woche mehr als 200 Menschen ermordet habe. Demnach wurden in und um Palmyra seit dem 16. Mai 67 Zivilisten sowie 150 Kämpfer der Regierungstruppen hingerichtet.

“Wir haben unbestätigte Berichte erhalten, dass auch einige Statuen im Baal-Tempel zerstört worden sind”, teilte der Provinzchef mit. Die gleichnamige Ruinenstätte gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eine der bedeutendsten Kulturstätten im Nahen Osten. Über Beschädigungen der Bauten wurde zunächst nichts bekannt. Im Nordirak hatten IS-Anhänger bereits im Frühjahr Kulturstätten vernichtet, etwa die Ruinen der Jahrtausende alten Stadt Nimrud.

Kurz vor dem Einfall der Jihadisten waren laut UNESCO allerdings etwa 400 Statuen in Sicherheit gebracht worden. Nach einer radikalen Islam-Interpretation sind Bilder und figürliche Darstellungen von Menschen verboten. Laut weiteren Berichten exekutierte der IS in den historischen Stätten rund 20 Personen, die aufseiten der Regierungstruppen von Präsident Bashar al-Assad gekämpft hatten. Es soll sich um Schiiten und Angehörige der Minderheit der Aleviten, zu der auch Assad gehört, handeln.

Während der IS in Zentralsyrien zuletzt Erfolge verzeichnen konnte, mussten er am Mittwoch im Norden des Landes zurückweichen: Kurdische Kämpfer eroberten den Ort Mabrukeh nahe der Stadt Ras al-Ain an der türkischen Grenze, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Mabrukeh sei als regionales Verwaltungszentrum des Islamischen Staates wichtig für die Jihadisten. Nun sei der Weg geebnet, um in Richtung des IS-Hauptquartiers in Tel Abbajid vorzustoßen.

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