IS ließ 270 Geiseln aus belagerter Stadt in Syrien frei

Die Islamisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat in Syrien nach Oppositionsangaben 270 Zivilisten wieder freigelassen, die sie am Wochenende bei Kämpfen um eine belagerte Stadt gefangenengenommen hatte. Bei den meisten Freigelassenen handle es sich um Frauen und Kinder, teilte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London am Dienstag mit.


Die Freigelassenen blieben aber in Dörfern im IS-Machtbereich. Männliche Gefangene im Alter von 14 bis 55 Jahren habe die Miliz für weitere Verhöre in ihrer Gewalt behalten. Vor allem Gefangene mit Verbindungen zur syrischen Führung seien in Gefahr. Insgesamt hätten die Extremisten bei Angriffen auf von Regierungstruppen kontrollierte Teile der ostsyrischen Stadt Deir ez-Zor am Wochenende 400 Menschen verschleppt.

Wie die Beobachtungsstelle, die ihre Information aus einem dichten Netz an Informanten in Syrien bezieht, weiter mitteilte, hätten die Extremisten am Dienstag bei Hausdurchsuchungen in eroberten Stadtteilen weitere 50 Menschen gefangenengenommen. Die Stadtteile werden seit rund einem Jahr von IS-Kämpfern belagert. Etwa 200.000 Bewohner leben unter schwierigsten Bedingungen, größtenteils Frauen und Kinder, denen es an Nahrung und medizinischer Versorgung mangelt. Die Region um Deir ez-Zor verbindet die IS-Hochburg Raqqa und Gebiete im Irak, die ebenfalls unter IS-Herrschaft stehen.

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