IS-Jihadisten verschleppen 21 Christen in Libyen

Die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat sich nach Angaben eines auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierten US-Unternehmens zur Entführung von 21 Christen in Libyen bekannt. Eine entsprechende Erklärung im Internet war demnach von drei Fotos mit mehreren Männern begleitet, teilte die SITE Intelligence Group am Montag mit.


Die Nationalität der Entführten und der Zeitpunkt ihrer Verschleppung waren unklar. Ein Sprecher des ägyptischen Außenministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass 20 Ägypter bei zwei verschiedenen Entführungsfällen im benachbarten Libyen verschleppt worden seien und sich noch immer in der Gewalt der Geiselnehmer befänden. Weder zur Religionszugehörigkeit der Geiseln noch zum Zeitpunkt ihrer Entführung machte er Angaben.

Aus Kreisen der international anerkannten libyschen Regierung war am 3. Jänner verlautet, insgesamt 20 christliche Kopten aus Ägypten seien in den vergangenen Tagen in der Küstenstadt Sirte entführt worden. Verantwortlich sei die militante islamistische Gruppe Ansar al-Sharia. Zwei Tage später hieß es aus Stammeskreisen, 13 Geiseln seien wieder auf freiem Fuß. Die Information wurde jedoch nie bestätigt. In Libyen leben zehntausende Ägypter. Sie arbeiten im Nachbarland insbesondere im Bau und im Handwerk.

Seit dem Sturz und der Tötung des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 im Zuge der Luftangriffe durch eine von der NATO gestützten Militärallianz kommt das Land nicht zur Ruhe. Zum Teil beherrschen bewaffnete Milizen den nordafrikanischen Staat, die mit dem IS sympathisieren. Die UNO nahm die Gruppe Ansar al-Sharia im Dezember wegen ihrer Verbindung zu Al-Kaida und der von ihr betriebenen IS-Camps in ihre Liste von Terrororganisationen auf.

Die Islamisten-Miliz Fajr Libya (Morgendämmerung Libyens) kontrolliert mittlerweile große Teil der Hauptstadt Tripolis und hat dort eine Parallelregierung unter Führung des islamistischen Politikers Omar al-Hassi eingesetzt. Die international anerkannte Regierung von Ministerpräsident Abdullah al-Thani und das Parlament sind nach Tobruk im äußersten Osten des Landes geflüchtet.

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