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Iraks Bericht eingetroffen

Iraks Aufstellung seiner Waffenprogramme ist in der Nacht zum Montag in New York und in Wien eingetroffen. Das Dokument umfasst 12.000 Seiten.

Zwei Exemplare des irakischen Rüstungsberichts sind am Sonntagabend (Ortszeit) beim UNO-Hauptquartier in New York eingetroffen. UNO-Chefinspektor Hans Blix nahm die versiegelten Aktenkoffer persönlich entgegen und kündigte an, „jetzt beginnen wir mit der Arbeit“. Fachleute seiner Abrüstungskommission UNMOVIC wollten unverzüglich mit der Sichtung des aus 12.000 Seiten und mehreren CD-ROMs bestehenden Berichts beginnen. Zuvor war er bereits von Zypern aus zur Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) nach Wien gebracht worden. Bagdad räumte unterdessen ein, in der Vergangenheit ein Atomprogramm betrieben zu haben.

Laut IAEO-Chef Mohammed el Baradei will die Behörde dem UNO-Sicherheitsrat binnen zehn Tagen eine erste Stellungnahme zum irakischen Rüstungsbericht vorlegen. Die vollständige Prüfung des umfangreichen Dokuments dauere allein wegen der Übersetzung wesentlich länger, teilte Baradei am Sonntagabend in Wien mit. So müssten etwa 300 Seiten aus dem Arabischen ins Englische übersetzt werden. Ein abschließender Prüfbericht soll nach seinen Worten Ende Jänner fertig sein.

Irakische Regierungsvertreter hatten den Bericht einen Tag vor Ablauf der vom UNO-Sicherheitsrat in seiner Resolution 1441 gesetzten Frist am Samstagabend an UNO-Vertreter in Bagdad übergeben. Der Resolution zufolge muss der Bericht eine „komplette und detaillierte“ Liste über den Bestand chemischer, biologischer und atomarer Waffen sowie über Raketen, unbemannte Flugkörper und Raketenabschussrampen enthalten. Für den Fall, dass der Irak dieser Verpflichtung nicht nachkommt, war dem Land in der Resolution „schwere Konsequenzen“ angedroht worden.

Das Dossier belege, dass der Irak nicht mehr über Massenvernichtungswaffen verfüge, sagte der irakische Verbindungsoffizier zur UNO, General Hossam Mohammed Amin am Samstagabend in Bagdad. Die Waffendeklaration sei „vollständig und wahrheitsgemäß“, versicherte am Sonntag auch Amir el Saadi, der Wissenschaftsberater der irakischen Regierung. Wenn Amerikaner und Briten andere Informationen hätten, „sollen sie die auf den Tisch legen – je eher, desto besser“, sagte Saadi vor Reportern in Bagdad. Er räumte aber ein, dass der Irak am Bau von Atombomben gearbeitet habe. Vor Beginn der UNO-Abrüstungsmission 1991 sei das Nuklear-Programm aber noch nicht reif für einen Test gewesen. Zum genauen Stand der Entwicklung wollte El Saadi keine Angaben machen.

Die USA und Großbritannien bekräftigten ihre skeptische Haltung. Die Regierung werde sich mit der Beurteilung der irakischen Angaben Zeit lassen, sagte Präsident George W. Bush in seiner wöchentlichen Radioansprache. „Wir werden die Ehrlichkeit und Vollständigkeit erst beurteilen, wenn wir sie umfassend geprüft haben, und das wird einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Der britische Außenminister Jack Straw meinte in der BBC, in der Vergangenheit habe der irakische Präsident Saddam Hussein gewöhnlich „nichts als Lügen erzählt“. Nun bleibe abzuwarten, ob Saddam begriffen habe, dass die Geduld der internationalen Staatengemeinschaft mit ihm erschöpft sei.

Der US-Aufmarsch am Golf für einen möglichen Irak-Krieg sei weitgehend abgeschlossen, meldete am Sonntag die „New York Times“. Der Krieg könne im Jänner begonnen. 60.000 US-Soldaten und 200 Kampfflugzeuge seien in der Region. Am Montag beginnt das US-Manöver „Internal Look“ (Blick nach innen), mit dem geprüft werden soll, ob ein Militärschlag gegen den Irak von einem vorgeschobenen Hauptquartier in Katar geführt werden kann.

Zur Verstärkung der Kontrollen im Irak trafen am Sonntag 32 weitere UNO-Inspektoren in Bagdad ein. Derweil untersuchten nach dreitägiger Pause aus Anlass der Feiern zum Ende des Fastenmonats Ramadan zwei Teams eine Pestizid-Fabrik westlich Bagdads und eine Forschungseinrichtung in der Hauptstadt selbst.

Irak-Geheimdienst-Akte offenlegen

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