Irak: Zwölf getötete Marines

Rund zwei Dutzend weitere US-Soldaten seien am Dienstag bei Gefechten mit Aufständischen in Ramadi westlich von Bagdad verletzt worden, sagte ein Pentagonvertreter in Washington.

Nach heftigen Kämpfen mit radikalen Schiiten haben die US-Truppen im Irak am Dienstag auch im so genannten sunnitischen Dreieck schwere Verluste erlitten. Bei Gefechten in der Stadt Ramadi westlich von Bagdad wurden zwölf Marineinfanteristen getötet. Zwei Dutzend weitere Soldaten seien verletzt worden, als etwa 60 bis 70 Aufständische den Gouverneurspalast mit Panzerabwehrgranaten und Automatikwaffen angegriffen hätten, sagte ein Pentagonvertreter in Washington.

Offensichtlich seien die Angreifer „gut trainiert“ gewesen. „Wir sind uns ziemlich sicher, dass sie sehr viel schwerere Verluste erlitten haben als wir“, fügte der Pentagon-Mitarbeiter hinzu, der anonym bleiben wollte. Der US-Fernsehsender CNN berichtet, die US-Truppen seien von Anhängern des ehemaligen Machthabers Saddam Hussein angegriffen worden.

Schwere Kämpfe in Falluja

In der nahe gelegenen Unruhestadt Falluja gingen die Kämpfe ebenfalls weiter. Ein US-Soldat und 25 Iraker seien am Abend getötet worden, berichtete der arabische Nachrichtensender Al Jazeera. In der vergangenen Woche waren in Falluja vier Amerikaner getötet und ihre Leichen geschändet worden. Amerikanische Marineinfanteristen riegelten daraufhin die Stadt ab und gingen gegen Aufständische vor.

Im Mittel- und Südirak kämpften Koalitionstruppen weiter gegen Anhänger des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al Sadr. In der Stadt El Kut wurde dabei nach Berichten von Al Jazeera ein Soldat aus der Ukraine getötet. Sechs weitere Ukrainer seien verletzt worden.

12 italienische Soldaten verletzt

In Nassiriya wurden bei Gefechten zwischen schiitischen Milizen und italienischen Truppen 15 Iraker getötet und 12 italienische Soldaten leicht verletzt. Bei einem Angriff einer Gruppe von Aufständischen gegen einen bulgarischen Lastwagenkonvoi bei Nassiriya starb ein Bulgare. Im südirakischen Amara kamen bei Gefechten mit britischen Soldaten laut Al Jazeera 12 Iraker um.

Nach den Worten von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld plant die US-Regierung nicht, die Truppenstärke im Irak von derzeit rund 135.000 Mann umgehend zu erhöhen. Entscheidend sei, was die Führung der US-Streitkräfte vor Ort für erforderlich halte, sagte Rumsfeld nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer auf dem US-Marinestützpunkt in Norfolk (US-Bundesstaat Virginia).

Durchhalteparolen von Blair

Der britische Premierminister Tony Blair rief angesichts der eskalierenden Gewalt zur Standhaftigkeit auf. Der radikale Schiitenprediger Sadr habe keinen Platz im neuen Irak, sagte der Premierminister. Die US-Verwaltung in Bagdad hatte am Dienstag erklärt, gegen Sadr liege seit Monaten ein irakischer Haftbefehl wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an der Ermordung eines Rivalen im April vergangenen Jahres vor.

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