Irak-Wiederaufbau

Mit ca. 100 Mrd. Dollar soll die humanitäre Hilfe und der Wiederaufbau des Iraks eines der größten Vorhaben seit dem Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg darstellen.

Obwohl sich einige internationale Entwicklungs- und Finanzinstitutionen wie die Weltbank und der Weltwirtschaftsfonds (IWF) über ihre Pläne für den Wiederaufbau des Iraks noch nicht detailliert geäußert haben, gibt es schon jetzt die ersten Initiativen. So wurden bereits aus US-Mitteln finanzierte Aufträge vergeben, welche zwar nur an US-Unternehmen als Hauptauftragsnehmer gingen, doch sollen schätzungsweise 50 Prozent des Auftragswertes auch an Subauftragsnehmer, inklusive solche aus dem Ausland, vergeben werden.

Das „Oil for Food Programm“ der Vereinten Nationen wurde nach einer kurzen Unterbrechung vor Kriegsbeginn mit dem Irak vorläufig wieder aufgenommen. Österreich gehörte in der Vergangenheit zu einem wichtigen Lieferland im Rahmen dieses Programms, wird in einem Informationspapier der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) über Geschäftsmöglichkeiten im Irak betont. Wegen des dringenden Bedarfs an lebensnotwendigen Gütern wurde das Oil-for-Food-Programme der Vereinten Nationen für den Irak vorläufig bis zum 3. Juni 2003 verlängert.

Die wichtigsten potenziellen Hilfsorganisationen einschließlich der Vereinten Nationen und multilateralen Entwicklungsorganisationen wie etwa die Weltbank haben noch keine Programmdetails für den Wiederaufbau des Iraks bekannt gegeben. Bei der Frühlingstagung der Weltbank im April 2003 wurde diese ermächtigt, demnächst eine Expertendelegation zwecks Beurteilung der nötigen Hilfsmaßnahmen in den Irak zu entsenden. Vermutlich wird erst nach einer Beurteilung des Wiederaufbaubedarfs durch die Weltbank eine internationale Geberkonferenz für den Irak ins Leben gerufen.

Sowohl die Weltbank als auch der Internationale Währungsfonds IWF vergeben statutengemäß Kredite an Regierungen von Mitgliedsländern (der Irak ist ein Mitglied) und schließen über ihre länderspezifischen Programme auch Vereinbarungen mit diesen Regierungen ab. Voraussetzung für ein Engagement der Weltbank und des IMF wird daher aus heutiger Sicht das Vorhandensein einer international anerkannten Regierung für den Irak sein.

Die United States Agency for International Development (USAID) vergibt die aus dem US-Staatshaushalt finanzierten Aufträge für den Wiederaufbau des Irak. USAID selbst beschränkt seine Auftragsvergaben auf US-Unternehmen, welche einschlägige Erfahrung im Wiederaufbau sowie einen speziellen Sicherheitsstatus aufweisen.

Die USAID ist gerade dabei, mehrere große Aufträge an amerikanische Unternehmen zu vergeben. Bisher sind von der USAID neun Aufträge für den anfänglichen Wiederaufbau (mit einem geschätzten Auftragswert von 900 Mio. Dollar) ausgeschrieben worden, davon wurden bereits acht an US-Hauptauftragsnehmer vergeben.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Irak-Wiederaufbau
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.