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Irak: US-Soldat bekennt sich schuldig

Im Skandal um Misshandlungen irakischer Gefangener durch Armee- und Geheimdienstangehörige will sich einer der sieben beschuldigten US-Soldaten schuldig bekennen.

Der Soldat ist bereit, gegen seine mutmaßlichen Mittäter aussagen. Jeremy Sivits habe den Ermittlern darüber hinaus genau aufgelistet, wie die Gefangenen gedemütigt und durch Schläge bis zur Bewusstlosigkeit misshandelt worden seien, berichtete die Tageszeitung „Washington Post“ am Freitag.

In einer eidesstattlichen Erklärung hat Sivits nach Angaben des Blattes auch andere bisher unbekannte Misshandlungsarten genannt. So hätten sich Gefangene gegenseitig schlagen müssen. In einem anderen Fall sei einem Iraker ein Sandsack über den Kopf gestülpt worden. Nach einem Schlag auf die Schläfe sei er dann zusammengebrochen.

Der 24-Jährige ist der erste US-Armeeangehörige, der sich im Zusammenhang mit den Misshandlungen im Gefängnis von Abu Ghraib am Mittwoch kommender Woche vor Gericht verantworten muss. Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz hat unterdessen eingeräumt, dass die von amerikanischen Soldaten im Irak angewandten Verhörmethoden gegen die Genfer Kriegsgefangenen-Konvention verstoßen.

Auf die Frage, ob er Bilder eines nackten, in einer schmerzhaften Position gefesselten Gefangenen mit verhülltem Haupt als mit internationalem Recht vereinbar betrachte, sagte Wolfowitz am Donnerstag in einer Senatsanhörung: „Was sie mir beschreiben, klingt wie eine Verletzung der Genfer Konventionen.“ Ihm seien keine militärischen Richtlinien bekannt, die eine solche Behandlung vorsähen.

Nach Ansicht mehrerer demokratischer Senatoren werden diese Verhörmethoden aber durch eine schriftliche Anweisung abgedeckt, die der Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen im Irak, Generalleutnant Ricardo Sanchez, erlassen haben soll.

Dem Streitkräfteausschuss des Senats liegt ein Papier mit Empfehlungen für Verhöre vor, das den Einsatz von Hunden, Schlafentzug bis zu 72 Stunden, das Aufrechterhalten einer unangenehmen Position bis zu einer Dauer von 45 Minuten und Isolationshaft bis zu 30 Tagen vorsieht. Entsprechende Maßnahmen dürfen demnach mit schriftlicher Genehmigung eines Generals angewandt werden.

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