Irak: Tribunal prüft Einspruch

Das Sondertribunal für die Verbrechen des früheren Regimes von Saddam Hussein hat am Montag mit der Prüfung des Berufungsantrags zum gegen den früheren Machthaber verhängten Todesurteil begonnen.

Das bestätigte ein Sprecher des Tribunals am Montag. Den Antrag hätten Saddam Husseins Anwälte am Samstag eingereicht.

Zuvor hatte das Berufungsgericht das Urteil schon von Amts wegen überprüft, was bei Todesurteilen und lebenslangen Haftstrafen laut Gerichtsstatut Vorschrift ist. Saddam und zwei ehemalige Funktionäre waren am 5. November wegen der Hinrichtung von 148 Schiiten im Jahr 1982 zum Tode durch den Strang verurteilt worden.

Außerdem wurde am Montag der zweite Prozess gegen Saddam Hussein wegen Völkermordes an den Kurden fortgesetzt. Ex-Verteidigungsminister Sultan Hashim, der zu den sechs Mitangeklagten des Ex-Diktators in diesem Verfahren gehört, erklärte vor Gericht, die Armee habe mit den Massengräbern im Nordirak nichts zu tun. Sie habe bei der Anfal-Militärkampagne in den 80er Jahren lediglich gegen „feindliche Truppen“ gekämpft. Der Prozess sei „eine Beleidigung für die irakische Armee“.

Hashim monierte, dass das Gericht amerikanische Experten als Zeugen zugelassen hatte. Die Massengräber sollten von Experten aus neutralen Staaten wie Belgien, der Schweiz, Ägypten, China oder Frankreich untersucht werden, die den Irak nicht angegriffen hätten.

Der staatliche TV-Sender Al-Irakiya berichtete unterdessen, die Polizei habe den von Extremisten entführten Assistenten der Medien-Fakultät der Universität Bagdad befreit und dabei vier mutmaßliche Entführer getötet.

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