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Irak - Trauer in Italien

Hunderttausende Menschen haben in Italien Abschied genommen von ihren 19 in Irak getöteten Landsleuten.

An einem Staatsbegräbnis in der mit 4000 Menschen vollbesetzten St.-Pauls-Basilika in Rom nahm die gesamte politische Spitze des Landes teil.

„Wir werden vor den Terroristen nicht fliehen, sondern sie mit all unserem Mut, unserer Energie und unserer Entschlossenheit bekämpfen“, sagte der italienische Kardinal Camillo Ruini am Dienstag bei der Trauerfeier. „Wir werden sie aber auch nicht hassen“, unterstrich er.

Die Tragödie von Nasirija habe „eine grosse Welle der Bewegtheit“ durch das Land geschickt, aber auch „die Kälte der Angst“ spüren lassen. Unter den Trauergästen waren auch Regierungschef Silvio Berlusconi und Präsident Carlo Azeglio Ciampi, die sich während der Messe Tränen aus den Augen wischten.

Einige Familienangehörige wurden während des Gottesdienstes ohnmächtig. Auch einige der in Irak Verletzten, die in den ersten Reihen sassen, griffen zu ihren Taschentüchern.

Da in der zweitgrössten römischen Kirche nur 4000 Menschen Platz fanden, verfolgten Zehntausende die Trauerfeier auf Grossbildschirmen, die auf dem Vorplatz aufgestellt waren. Millionen Italiener sahen die Messe live im Fernsehen.

Nationaler Trauertag

Der Tag der Beisetzung wurde zum nationalen Trauertag in Italien. Landesweit legten die Beschäftigten in den Betrieben für zehn Minuten ihre Arbeit nieder. Schon bei einem Trauerzug durch die italienische Hauptstadt hatten am Morgen Zehntausende die Strassen gesäumt.

In der Innenstadt von Rom schlossen viele Händler ihr Geschäft und versammelten sich mit ihren Kunden auf der Strasse. Autofahrer hielten am Strassenrand und gedachten der Toten, in den Schulen wurde eine Schweigeminute eingelegt.

Vor der Kirche sagte ein Mann, er sei mit seinen sieben und neun Jahre alten Söhnen gekommen, um ihnen „die Werte der Heimat beizubringen“.

Trauerzug durch Innenstadt

Am Vormittag war der Trauerzug mit den 19 Särgen im Schrittempo sechs Kilometer durch die Innenstadt gezogen. Zehntausende säumten die Strassen und sahen zu, wie die grünen Armeelastwagen mit jeweils zwei Särgen durch die Strassen rollten. Viele Menschen am Strassenrand weinten.

„Danke, danke, Jungs“ und „Ciao carabinieri“, riefen manche. Viele Anwohner hatten die italienische Landesflagge und die Friedensfahne in den Regenbogenfarben aus ihren Fenstern und von Balkonen gehängt. Über Nacht hatten sich vor dem Aufbahrungsort mehr als 300.000 Italiener in die ausliegenden Kondolenzbücher eingetragen.

Beim ersten Selbstmordanschlag auf einen italienischen Stützpunkt in Irak waren in der vergangenen Woche in Nasirija 19©Italiener und neun Iraker ums Leben gekommen. Laut italienischen Ermittlern waren vier Selbstmordattentäter mit einer LkW-Bombe auf das Kasernengelände vorgedrungen. Italien unterstützt mit einem Kontingent von rund 3000 Militärs die USA und Grossbritannien in Irak.

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