Irak: Sprengstoff-Verschwinden verharmlost

Die US-Regierung hat das Verschwinden mehrerer hundert Tonnen Sprengstoff im Irak heruntergespielt. Mehr als 243.000 Tonnen Munition seien seit dem Einmarsch zerstört worden, hieß es.

Außerdem seien weitere 163.000 Tonnen gesichert worden, hieß es. Damit werde alles in den richtigen Zusammenhang gestellt. Außerdem habe es sich um konventionellen Sprengstoff gehandelt, der kein Atomwaffenrisiko darstelle.

Die US-Streitkräfte hätten nach dem Einmarsch in Bagdad zahlreiche Prioritäten gehabt, sagte der Sprecher. Er nannte die Sicherung der Ölfelder, der Ministerien und den Beginn des Wiederaufbaus. Er verwies mehrfach darauf, dass die irakische Regierung für die Sicherung der Fundorte zuständig ist. Auf hartnäckige Rückfragen räumte er schließlich ein, dass das Material vermutlich verschwand, als die USA noch für die Fundstellen verantwortlich waren.

Die irakische Regierung hatte die Atomenergiebehörde (IAEO) über das Verschwinden von rund 350 Tonnen Sprengstoff informiert. Das Material, das auf dem Militärstützpunkt Al-Kakaa lagerte, könne unter anderem dazu benutzt werden, Atombomben zur Explosion zu bringen. Die IAEO betonte, sie habe Washington vor dem Angriff auf den Irak aufgefordert, das Lager sorgfältig zu bewachen. Der Weltsicherheitsrat – als oberstes Organ für Sicherheit und Frieden in aller Welt – wurde am Montagabend offiziell informiert.

Dem UNO-Gremium wurde ein Schreiben des IAEO-Direktors El Baradei überbracht. Darin teilt dieser dem Sicherheitsrat mit, dass seine Behörde am 10. Oktober von der Übergangsregierung in Bagdad über den Verlust des Sprengstoffes in Kenntnis gesetzt worden sei. UNO- Generalsekretär Annan gab vorerst keinen Kommentar dazu ab.

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