Irak-Konflikt tritt in entscheidende Phase

Eine Woche vor ihrem Bericht an den Weltsicherheitsrat sind die beiden Chefinspekteure am Sonntag zu Ge-sprächen über offene Fragen in Bagdad eingetroffen.

Vor dem Abflug aus Zypern kritisierte ElBaradei, dass als geheim eingestufte Dokumente über die Entwicklung von Atomwaffen im Privathaus eines Wissenschaftlers aufbewahrt wurden. Damit stelle sich die Frage, ob es noch mehr solche Dokumente gebe, sagte der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass Irak die Initiative ergreift und damit heraus kommt.“ Die bei der Befragung des irakischen Physikers Faleh Hassan entdeckten Dokumente enthalten nach Angaben ElBaradeis Informationen über eine Ende der 80er Jahre geplante Anreicherung von Uran mit Hilfe von Laserstrahlen.

Hassan erklärte am Samstag, die Dokumente stammten aus persönlichen Forschungsvorhaben und Arbeiten seiner Studenten. Dies sei den Vereinten Nationen bereits 1991 vorgelegt worden, so dass das Material nichts Neues enthalte.

Als Leiter der UN-Mission zur Abrüstung in Irak (UNMOVIC) erklärte Blix am Samstag in Zypern, die irakische Führung habe nicht ausreichend mit den UN-Inspektoren zusammengearbeitet. „Wir werden ihnen den Ernst der Situation vor Augen führen“, sagte Blix. „Die Welt will die Zusicherung haben, dass Irak frei von Massenvernichtungswaffen ist.“

Die UN-Experten besichtigten am Samstag mindestens sechs Anlagen, darunter Nahrungsmittellager des Handelsministeriums im Zentrum von Bagdad. Eine geplante Inspektion im Norden des Landes wurde aus Sicherheitsgründen gestoppt, weil die irakischen Verbindungsoffiziere zu den Vereinten Nationen darauf bestanden, einem UN-Team mit dem Hubschrauber zu folgen.

Im Norden wie im Süden Iraks patrouillieren amerikanische und britische Flugzeuge, um das von beiden Staaten verhängte Flugverbot zu überwachen. Ein UN-Vertreter bezeichnete das irakische Beharren auf Begleitung der Inspekteure als indirekte Einmischung.

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