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Irak: Fast 100 Missbrauchsfälle

Ein in Washington in Auszügen veröffentlichter Untersuchungs-bericht der US-Streitkräfte zählt insgesamt 94 bestätigte oder angebliche Fälle von Misshandlung und Erniedrigung auf.

Der Bericht durchleuchtet den Zeitraum vom 1. Oktober 2001 bis zum 9. Juni dieses Jahres, er ist die bisher umfassendste Untersuchung von Misshandlungen im Irak und Afghanistan. Das Verteidigungsministerium hatte sich bisher geweigert, die Gesamtzahl aller Missbrauchs- Vorwürfe bekannt zu geben. Die Zahl 94 übertrifft alle früheren Schätzungen des Pentagons. John Warner, der republikanische Chef des Streitkräfteausschusses des Senats, berief am Donnerstag kurzfristig eine Sitzung ein, bevor sich der Kongress in die Sommerferien aufmachen konnte. Die Streitkräfte haben den Bericht noch nicht komplett veröffentlicht, machten aber während der Anhörung Teile davon publik. Heeresminister Les Brownlee sagte vor dem Senat, er übernehme die Verantwortung für die Handlungen der Soldaten. Der Untersuchung zufolge gibt es keine systemimmanenten Probleme, die zu Missbrauch geführt hätten. Die Gefangenenmisshandlungen im Irak und in Afghanistan waren nicht „systematisch“, sondern ein Fehlverhalten einzelner US-Soldaten, die sich nicht an Bestimmungen hielten, geht aus einem Bericht des US-Heeres hervor. Der demokratische Senator Carl Levin äußerte am Donnerstag, es sei „schwer zu glauben“, dass es keine systemimmanenten Mängel bei Inhaftierungen und Verhören gebe. Seit Herbst 2001 haben die USA dem Bericht zufolge über 50.000 Gefangene im Irak und in Afghanistan festgenommen. Auch diese Zahl ist bislang nicht veröffentlicht gewesen. Die Untersuchung war am 10. Februar angefordert worden, nachdem der Folterskandal von Abu Ghraib bekannt geworden war.

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