Irak: "Entführungsgefahr für Deutsche"

Nach der Freilassung von Susanne Osthoff hat die deutsche Bundesregierung an die noch im Irak befindlichen Deutschen appelliert, das Land wegen anhaltender Entführungsgefahr zu verlassen.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, sagte zur Begründung der Maßnahme, das Risiko von Entführungen sei weiter hoch. Der SPD-Politiker betonte am Dienstag im Norddeutschen Rundfunk, zwar bestehe im Prinzip weiter das Hilfsgebot für den Irak. Man hoffe aber natürlich, dass der Fall der als Geisel genommenen Deutschen doch zu einer gewissen Lehre führe: „nämlich, dass diese Einschätzungen, die da getroffen werden in Form von Reisewarnungen des Auswärtigen Amts, doch zu beachten sind“.

Deswegen habe das Ministerium noch einmal sehr eindringlich darauf hingewiesen, dass deutsche Staatsangehörige das Land dringend verlassen sollten, fügte Erler hinzu. Schließlich sei das Entführungsrisiko weiter hoch und man müsse befürchten, „dass das ja nicht immer so ausgeht wie im Fall Osthoff“. Schließlich sei gerade erst die Nachricht von der Ermordung eines Amerikaners gekommen.

Verständnis äußerte Erler für die Entscheidung Susanne Osthoffs, zunächst nicht nach Deutschland zurückzukehren. „Dies ist, glaube ich, eine persönliche Entscheidung von ihr, die mit der Familie zusammenhängt“, sagte er. Das habe überhaupt keinen politischen Hintergrund. „Das Auswärtige Amt kann hier auch niemanden zwingen, das Eine zu tun oder das Andere, das liegt in der Hand der Betroffenen“, fügte der Staatsminister hinzu.

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