Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Irak: 150 Todesopfer bei Anschlägen

Bei mehreren nahezu zeitgleich verübten Anschlägen auf schiitische Gläubige in Bagdad und Kerbala sind am Dienstag mindestens 150 Menschen getötet worden.

Aus Kerbala, der heiligen Stadt der Schiiten, wurden nach mehreren Explosionen mindestens 70 Tote und Hunderte von Verletzten gemeldet, berichtete der arabische TV-Sender Al Jazeera. Bei einem schiitischen Schrein in einem Vorort von Bagdad kamen gleichzeitig nach Augenzeugen 75 Menschen durch drei schwere Explosionen ums Leben, meldete der Sender. Damit sind die Attentate vom Dienstag das schwerste Blutbad seit dem Sturz von Präsident Saddam Hussein vor fast einem Jahr.

Selbstmordattentäter

Hinter dem Anschlag auf die schiitische Moschee Mussa el Kasem im Nordwesten Bagdads stehen nach Angaben von Wachleuten vier Selbstmordattentäter. Sie hätten sich am Haupteingang, an einem Seiteneingang sowie im Zentrum des Mausoleums in die Luft gesprengte, sagte ein Wachmann. In Kerbala berichtete ein Polizist, ein Selbstmordattentäter habe sich mitten in einer Gruppe schiitischer Pilger in die Luft gesprengt.

Verdächtige festgenommen

Nach den Anschlägen in Kerbala wurden zwei Verdächtige festgenommen, die weitere Anschläge mit Mörsergranaten beabsichtigt hätten. Sie hätten dank der „schnellen Reaktion der irakischen Polizei und der Ordnungskräfte” gefasst werden können, teilte der polnische Generalstab in Warschau mit. Polen hat das Kommando über die im Raum Kerbala eingesetzte multinationale Besatzungstruppe.

Ashura-Feiern

Die Schiiten im Irak gedenken bei den Ashura-Feiern des Märtyrertods Imam Husseins, des Enkels des Propheten Mohammed, vor mehr als 1300 Jahren. Hunderttausende waren zu diesem Anlass nach Kerbala geströmt, Tausende zum Schrein in Kazimiya.Viele Gläubige geißeln sich und verletzen sich mit Schwertern am Kopf, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Unter der Herrschaft des gestürzten Präsidenten Saddam Hussein war das Fest verboten.

Bürgerkrieg vor Ausbruch?

Die Anschläge dürften die Spannungen zwischen der schiitischen und der sunnitischen Bevölkerungsgruppe im Irak weiter verschärfen. Vor Kurzem entdeckten US-Streitkräfte nach eigenen Angaben eine Computer-Diskette mit einem Schreiben des mutmaßlichen jordanischen El-Kaida-Mitglieds Abu Musab Sarkawi. Darin sei zu Selbstmordanschlägegen gegen die Schiiten aufgerufen worden, um einen Bürgerkrieg auszulösen.

Irakische Politiker haben die Anschlagsserie als Versuch verurteilt, Streit zwischen den verschiedenen Religionsgruppen zu säen.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Irak: 150 Todesopfer bei Anschlägen
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.