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Invasion der Untauglichen: Immer weniger Soldaten

©Foto: Bundesheer
Das österreichische Bundesheer kämpft um jeden Mann - doch vergeblich. Im Jahr 2009 waren schon 14% aller Stellungspflichtigen untauglich.

Immer mehr junge Männer fallen bei der Bundesheer-Stellung durch. Im Vorjahr waren von etwas mehr als 48.000 Stellungspflichtigen fast 14 Prozent untauglich. 2008 war diese Zahl mit 14,7 Prozent noch höher, 2007 fielen 12,8 Prozent bei der Musterung durch. Der längerfristige Vergleich zeigt einen ansteigenden Trend. Im Detail wird gleichzeitig deutlich, dass die jungen Männer immer kränker und vor allem dicker werden, erklärte der Militärmediziner Wolfgang Gerl im Gespräch mit der APA.

Die Zahl der Untauglichen ist von 10,6 Prozent im Jahr 1986 bis heute kontinuierlich gestiegen und lag in den letzen Jahren bei 13 bis 14 Prozent. Unter den als untauglich eingestuften im Vorjahr war auch Markus Rogan, der Schwimmstar hatte einen Tumor hinter dem Ohr. Gerl weiß zwei Gründe für diese Entwicklung: Einerseits werde die Jugend kränker und anderseits sei das Bundesheer bei den Stellungen sensibler und vorsichtiger als früher, auch die Diagnostik sei besser geworden.

Dass dem Bundesheer die Rekruten ausgehen, sei zwar nicht zu befürchten, Gerl ortet aber besorgniserregende Entwicklungen. Er berichtet von einem starken Anstieg der Übergewichtigen. In den letzen zehn Jahren sei das Durchschnittsgewicht um drei Kilogramm auf 75 kg angestiegen, die durchschnittliche Körpergröße habe sich gleichzeitig aber nur um einen Zentimeter nach oben bewegt. Der Anteil der Männer mit mehr als 100 kg hat sich in der gleich Zeit verdoppelt, so Gerl.

Insgesamt erhalten nur 20 Prozent der 18-Jährigen keine Diagnose, d. h. sie sind vollkommen gesund und haben nie eine ernstere Krankheit gehabt. Gerl schränkt zwar ein, dass auch eine Mandeloperation in die Diagnose kommt, diese Zahlen seien dennoch beunruhigend. Seine Beobachtungen würden sich insgesamt mit den jüngsten OECD-Studien decken, wonach die österreichische Jugend viel raucht, sich ungesund ernährt und dicker wird. Er plädierte daher für eine frühe Gesundheitsprävention schon in Kindergärten und Schulen.

Der häufigste Grund für die Untauglichkeit seien aber nicht einzelne Krankheiten oder Gebrechen, sondern eine Summe von mehreren Faktoren, d. h. Untauglichkeit aufgrund Mehrfachminderung. Dahinter folgen mit 17 bis 20 Prozent (der Untauglichen) Probleme mit Muskeln und Bewegungsapparat sowie Herz- und Kreislaufstörungen.

Bei den psychischen Störungen sei zu unterscheiden, betonte Gerl. Nicht alle, die bei der psychologischen Untersuchung durchfallen, sind psychisch krank. Zwar gebe es auch psychisch Kranke, bei vielen gehe es aber um Anpassungsstörungen und soziale Integration, etwa um besondere Aggressionsbereitschaft. Gerl räumte auch mit dem Gerücht auf, dass bei der Stellung auf Drogen getestet werde. Ein Drogentest werde nur durchgeführt, wenn der Verdacht auf Missbrauch oder eine echte Drogenkrankheit vorliege.

Ein Anstieg der Untauglichen ist jedenfalls nicht im Interesse des Bundesheers. “Je mehr Grundwehrdiener, desto besser für uns”, erklärte Verteidigungsminister Norbert Darabos (S) in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Dass es immer mehr übergewichtige Jugendliche gibt, sei ein gesamtgesellschaftliches Problem, so Darabos. Er habe daher als Sportminister zwei Millionen Euro für die Initiative “Kinder gesund bewegen” zur Verfügung gestellt. Mit dieser Initiative werden Kooperationen zwischen Sportvereinen, Schulen und Kindergärten gefördert. Über 2000 Volksschulen und Kindergärten haben sich bereits für die Teilnahme an der Aktion angemeldet.

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