Interventionsstelle für Zwangsheirat gefordert

Heinisch-Hosek besuchte Verein Orient Express
Heinisch-Hosek besuchte Verein Orient Express ©APA, (Techt/Archiv)
Generationenkonflikte, Beschneidung und vor allem Zwangsheirat - das sind unter anderem die Themen, über die der Verein Orient Express in Wien kostenlos und anonym betroffene Frauen berät. Frauenministerin Heinisch-Hosek hat am Mittwoch die Einrichtung im zweiten Bezirk besucht und versprochen, die Gespräche über eine eigene Interventionsstelle für von Zwangsheirat Betroffene zu intensivieren.

Die Errichtung einer Notwohnung für Betroffene schlage sich mit 80.000 Euro zu Buche, 40.000 Euro davon kämen vom Frauenministerium. Für den Betrieb hat Heinisch-Hosek 155.000 Euro jährlich budgetiert. Der gleiche Betrag muss jedoch kofinanziert werden. Als Interventionsstelle nach dem Gewaltschutzgesetz sei eine 50-Prozent-Kofinanzierung mit dem Innenministerium vorgesehen. Im Gespräch mit den Beraterinnen kündigte sie deshalb an, die Verhandlungen mit Innenministerin Fekter und Familienstaatssekretärin Marek fortzuführen und zeigte sich diesbezüglich optimistisch: “Ich werde die Verhandlungen weiterführen und hoffe, dass wir demnächst etwas schaffen.”

Offen sei etwa noch, ob die Beratung über Zwangsheirat bundesweit bereits bestehende Einrichtungen übernehmen sollen oder sie zum Beispiel der Verein Orient Express zentral betreibt, so die Ministerin: “Wir könnten die Interventionsstelle bei Orient Express ansiedeln, weil sie hier die Expertise haben.” Auch bekräftigte sie: “Die Forderung ist im Regierungsprogramm verankert, aber das gibt mir Kraft und den Druck das weiter zu verfolgen.”

Der Verein Orient Express besteht seit 1988 und bietet Beratung, Betreuung und Begleitung für Migrantinnen, erklärte die Vorsitzende Ayse Basari. Seit dem Gründungsjahr werden Deutschkurse mit Kinderbetreuung angeboten: Während ihren Müttern die deutsche Grammatik gelehrt wird, dürfen die Kleinen im Kinderzimmer spielen.

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