Internationaler Hurentag: Demonstration in Wien

Der inoffizielle Gedenktag soll auf Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiterinnen hinweisen.
Der inoffizielle Gedenktag soll auf Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiterinnen hinweisen. ©Vienna.at/ Alexander Blach
Der Internationale Hurentag am 2. Juni ist ein inoffizieller Gedenktag, der heuer bereits zum 36. Mal begangen wird. Mit einer kurzen Demonstration sollte am Freitag vor dem Parlament auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiterinnen aufmerksam gemacht werden. Über die Situation der Prostitution in Wien.
Demonstration vor dem Parlament

Das Wort Hure leitet sich aus dem Indogermanischen ab und war von seiner Grundbedeutung her eigentlich eher positiv konnotiert. Aber es wurde und wird auch heute noch als Schimpfwort verwendet. In den letzten Jahren gab es immer mehr Sexarbeiterinnen, die sich bewusst so bezeichnen und so hat der Begriff eine gewisse Aufwertung erhalten.

Der erste Internationale Hurentag wurde in Frankreich begangen, wo im Jahr 1975 eine Kirche von 150 Sexarbeiterinnen besetzt wurde, die auf ihre Situation aufmerksam machen wollten.

Arbeitsbedingungen der Sexarbeiterinnen werden kritisiert

Bei der Demonstration am Freitag standen vier Frauen exemplarisch für vier Berufsgruppen in einschlägiger Kleidung auf der Treppe des Parlaments. In den Raum gestellt werden sollte die Frage, ob Sexarbeit auch wirklich als Arbeit wahrgenommen wird. “Es braucht Rahmenbedingungnen, die gutes und sicheres Arbeiten ermöglichen”, so Janine Wulz von der österreichischen Hochschülerschaft (ÖH) zu der Aktion.

Sexarbeit in Österreich sei geprägt durch zahlreiche strukturelle Faktoren wie weibliche Migration, Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt und ökonomische Bedingungen. Insbesondere der rechtliche Graubereich stelle einen belastenden Unsicherheitsfaktor dar, so die Veranstalterinnen. Gefordert wird unter anderem, dass arbeits-, sozial- und gewerberechtliche Regelungen festgelegt und Unterstützungsmaßnahmen für Sexarbeiterinnen eingeführt werden.

Zur Situation der Prostitution in Wien

In einer Aussendung stellt Birgit Hebein, Sozialsprecherin der Grünen Wien,  fest: “Vor einem Jahr hat sich die Rot-Grüne Koalition mit dem neuen Prostitutionsgesetz darauf geeinigt, eine Entlastung der AnrainerInnen in den Straßenstrichgebieten und bessere Bedingungen für SexarbeiterInnen zu schaffen.” Die gewünschte Entlastung habe stattgefunden, neue und sichere Gebiete für die Straßenprostitution seien allerdings nicht in ausreichendem Umfang vorhanden, obwohl das Gesetz die Möglichkeit dazu biete.

Am Samstag soll eine weitere Aktion am Praterstern unter dem Titel “Ich seh, ich seh, was du nicht siehst, und das ist… Sexarbeit in Wien”  auf das Thema aufmerksam machen. Die Kampagne der Grünen Frauen Wien zielt darauf ab, Sexarbeit sichtbar zu machen und auf die Gefahren für SexarbeiterInnen durch Verdrängung und Verbote hinweisen. Die Aktion findet am 2. Juni von 14 bis 17 Uhr statt.

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