Internationaler Frauentag: Frauenanteil in österreichischer Politik angestiegen

Unter den Regierungsmitgliedern finden sich mehr Frauen.
Unter den Regierungsmitgliedern finden sich mehr Frauen. ©APA
Eine Analyse zeigt nun: Sowohl in der Bundesregierung als auch im Nationalrat sitzen mehr Frauen und mit Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in Niederösterreich gibt es seit 2017 auch wieder eine Landeshauptfrau.

Unter den 14 Regierungsmitgliedern finden sich fünf Frauen (drei ÖVP, zwei FPÖ) im Vergleich zu drei im Jahr davor. Der Anteil erhöhte sich damit von 21,4 auf 35,7 Prozent. Nimmt man die Staatssekretäre dazu, sind von den 16 Vertretern sechs weiblich (vier ÖVP, zwei FPÖ), gegenüber vier zuvor. Der Anteil ist von 25 auf 37,5 Prozent gestiegen.

Analyse zeigt: Politikerinnen sind auf dem Vormarsch

Auch im Nationalrat mit insgesamt 183 Mandaten sitzen mehr Frauen, nach der Wahl im Oktober sind es derzeit 65 im Vergleich zu 56. Das ist ein Anteil von 35,5 Prozent (gegenüber 30,6 Prozent). Das Präsidentenamt hat zwar nun ein Mann inne, dem Präsidium gehören als Zweite und Dritte Präsidentin aber erstmals zwei Frauen an.

Das geht aus Unterlagen von Werner Zögernitz, früherer ÖVP-Klubdirektor und Leiter des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen, hervor. Im Bundesrat gibt es eine kleine Steigerung: Von den 61 Bundesräten sind derzeit 24 statt 19 im Vorjahr weiblich (39,3 Prozent). Durch die vier Landtagswahlen in diesem Jahr dürfte es hier Veränderungen geben.

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Wien mit 35 Prozent Frauen im Landtag

Apropos Bundesländer, derzeit gibt es 75 Mitglieder von Landesregierungen, wenn man die vier nicht amtsführenden Stadträte in Wien einrechnet. Per Februar sind davon 27 weiblich, das ist ein Prozentsatz von 36 Prozent gegenüber 32 Prozent im Vorjahr. Den höchsten Frauenanteil weist die Tiroler Landesregierung mit 50 Prozent auf. Unter den neun Landeshauptleuten findet sich – nachdem die Männer seit der Abwahl von Gabi Burgstaller (Salzburg, SPÖ) 2013 unter sich waren – mit Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) in Niederösterreich seit April 2017 wieder zumindest eine Frau.

Die Zahl der weiblichen Landtagsabgeordneten hat sich gegenüber dem Vorjahr von 143 auf 140 von insgesamt 440 Mandataren leicht verringert. Aufgrund der vier Landtagswahlen wird sich hier wohl etwas verändern. Prozentuell am meisten Frauen sitzen im Salzburger Landtag mit 38,9 Prozent. Es folgen Oberösterreich mit 37,5 Prozent, die Steiermark mit 35,4 Prozent und Wien mit 35 Prozent. Allerdings gibt es nur noch eine Landtagspräsidentin und zwar in der Steiermark, von der SPÖ.

Höherer Frauenanteil auch in Rathäusern

In den Rathäusern hat sich ebenfalls etwas getan: Derzeit gibt es in Österreich 161 Bürgermeisterinnen gegenüber 155 im gleichen Zeitraum des Vorjahres, das sind 7,7 Prozent aller Gemeindevorsteher. An der Spitze liegt nach wie vor Niederösterreich mit 11 Prozent (63 von 573), gefolgt von Vorarlberg (7,3 Prozent). Schlusslicht ist hier Salzburg mit 4,2 Prozent. Nach einer Statistik des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen beträgt in Österreich der Anteil der Frauen in den Gemeinderäten 23 Prozent. Der EU-Durchschnitt liegt bei 32,1 Prozent.

(APA/Red)

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