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Integration in Wien: Studie mit beunruhigenden Ergebnissen

Die Studie untersuchte die Integration muslimischer Jugendlicher in Wien.
Die Studie untersuchte die Integration muslimischer Jugendlicher in Wien. ©APA/dpa/Patrick Lux
Eine Befragung unter mehr als 700 Jugendlichen mit muslimischer Prägung in Wien zeigt, dass Jugendliche demokratiefeindliche und gewaltverherrlichende Ansichten aufgreifen. Auch Antisemitismus und Hass auf Homosexuelle ist verbreitet.

Unter dem Titel "Junge Menschen mit muslimischer Prägung in Wien. Zugehörigkeiten, Einstellungen und Abwertungen" befragten die Forschungsinstitute think.difference und SORA mehr als 700 Jugendliche mit afghanischem, syrischem, tschetschenischem, kurdischem, türkischem und bosnischem Migrationshintergrund sowie ohne Migrationshintergrund in Wien. Ziel der vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) in Auftrag gegebenen Untersuchung war es, Erkenntnisse über Identifikation und demokratische Grundhaltungen bei Jugendlichen zu gewinnen.

Jugendliche in Wien von strenger Religiosität beeinflusst

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die Familie und das soziale Umfeld genauso wie die starke Orientierung am Islam Einfluss auf demokratieablehnende sowie abwertende Grundhaltungen haben. Jugendliche mit afghanischem, syrischem und tschetschenischem Migrationshintergrund kommen häufiger aus Familien, die an strengen Rollenbildern und Regeln ausgerichtet sowie von festen Traditionen geprägt sind. Auch autoritäre Prägungen aus dem Herkunftsland der Eltern haben indirekten Einfluss auf die Einstellungen der Jugendlichen. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer sinken jedoch antidemokratische und abwertende Grundhaltungen.

Großteil lehnt Gewalt ab, aber...

Afghanische Jugendliche geben am häufigsten an, Gewalt innerhalb der eigenen Familie erlebt zu haben (43 %). Respekt vor Gesetzen liegt bei allen Gruppen bei mehr als 80 bis 100 Prozent. Unter Jugendlichen aus Tschetschenien ist der Wert mit 84 Prozent am geringsten. Ein Großteil der befragten jungen Menschen lehnt Gewalt ab. Eine Ausnahme bildet auch hier die Gruppe der Afghanen: Etwas mehr als die Hälfte der befragten Jugendlichen aus Afghanistan erachten Gewalt als legitimes Mittel zur Herstellung von Ehre und Respekt in Hinblick auf die eigene Person oder Religion.

Je mehr Islam, desto weniger Demokratie

Religion spielt im Leben von jungen Muslimen und Musliminnen - mit Ausnahme von Jugendlichen mit kurdischem Migrationshintergrund - eine größere Rolle als bei Nicht-Muslimen. Die stärkste Orientierung am Islam weisen Jugendliche aus Afghanistan (72%) sowie aus Syrien und Tschetschenien (je 69%) aus. Vor allem tschetschenische Jugendliche geben an, in den letzten drei Jahren religiöser geworden zu sein. Zum Verhältnis von Religion und Staat befragt, geben mehr als die Hälfte (55%) der afghanischen Jugendlichen an, dass Vorschriften des Islam über den Gesetzen Österreichs stehen, knapp die Hälfte (47%) will einen religiösen Gelehrten an der Spitze des Staates sehen. Wenn Religion eine übergeordnete Rolle spielt, ist auch die Einstellung zu Demokratie negativer.

Verbreiteter Antisemitismus und Schwulenhass

Die Hälfte der Jugendlichen aus Afhanistan und Syrien sowie vier von zehn Jugendlichen mit tschetschenischem oder türkischem Migrationshintergrund lehnen Homosexualität ab. Antisemitismus in der Form, dass Israel als Feind der Muslime gesehen wird, zeigt sich bei zwei Dritteln der Afghanen, vier von zehn syrischen und türkischen Jugendlichen sowie jedem dritten Jugendlichen mit tschetschenischem und bosnischem Migrationshintergrund. Das Verhältnis von Mann und Frau wird vielfach in traditionellen Rollenbildern gesehen: Drei Viertel der Jugendlichen aus Afghanistan finden, dass der Mann für alle größeren Entscheidungen zuständig sein sollte. 76 Prozent der bosnischen und 61 Prozent der türkischen Jugendlichen findet es außerdem peinlich, wenn der Mann weniger Geld verdient als die Frau. Unter den befragten Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sind Abwertungen gegenüber Muslim/innen am häufigsten verbreitet.

FPÖ-Nepp: Integration gescheitert

Als "erschreckend" bezeichnet Vizebürgermeister Dominik Nepp die Studie. "Die rot-grünen Integrationsmaßnahmen haben versagt", bedauert der Wiener FPÖ-Chef. Ebenfalls geschockt reagiert FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl. Angesichts derart katastrophaler Werte herrsche akuter Handlungsbedarf, meint der ehemalige Innenminister in einer Aussendung.

(red)

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