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Indien: Opposition reklamiert Wahlsieg

Bei den indischen Parlamentswahlen hat die oppositionelle Kongresspartei einen Sieg gegen die Demokratische Allianz des konservativen Premierministers errungen.

Bei den indischen Parlamentswahlen hat die oppositionelle Kongresspartei unter der Führung von Sonia Gandhi offenbar einen überraschenden Sieg gegen die Demokratische Allianz des konservativen Premierministers Atal Behari Vajpayee errungen. „Die Kongresspartei hat die Wahl gewonnen“, erklärte Parteisprecherin Ambika Sonia am Donnerstag in Fernsehen. Das amtliche Endergebnis der in fünf Durchgängen innerhalb von drei Wochen abgelaufenen Wahl in der größten Demokratie der Welt sollte im Verlauf des Tages vorliegen. In jüngsten Wählerumfragen hatte sich eine Niederlage von Vajpayees Koalition abgezeichnet.

An der Abstimmung haben sich mehr als 380 Millionen der insgesamt rund 660 Millionen wahlberechtigten Inder beteiligt. In Wählerumfragen war das Regierungsbündnis zunächst vorn gelegen, wenn auch von einer absoluten Mehrheit in dem 543 Sitze umfassenden Unterhaus („Lok Sabha“) des Bundesparlaments weit entfernt.

Der Fernsehsender „New Delhi Television“ berichtete am Donnerstag, nach der Auszählung von 404 Wahlkreisen gingen vermutlich 171 an die oppositionelle Kongresspartei und deren Verbündete. Auf die Regierungskoalition würden demnach 157 Sitze entfallen. Nach anderen Angaben des Senders „Aaj Tak“ dürften an die Kongresspartei 158 von 379 Unterhaussitzen gehen, Vajpayees Elf-Parteien-Koalition käme demnach auf 140 Sitze.

Die Wahlen waren von politisch motivierter Gewalt überschattet: Seit dem Vorabend der ersten Wahlrunde am 19. April wurden mindestens 48 Menschen getötet.

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