In Wiener Fanzone nahmen Oranjes Niederlage gelassen auf

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Die Feiern auf der Wiener Fanzone glichen zum Spiel Niederlande-Russland lange Zeit eher einer Entspannungsübung.

Weder die zahlreich vertretenen Oranje-Anhänger, noch die Befürworter eines russischen Sieges engagierten sich übermäßig emotional in ihrer Begeisterung für das Viertelfinale ihrer Mannschaften in Basel. Selbst ihre Niederlage nahmen die Oranjes gleichmütig auf.

Die spärlichen “Holland, Holland”-Rufe bei Torchancen des favorisierten Teams waren zuvor schon bald abgerissen – spätestens als die Russen in Führung gingen. Für einen ersten – und lange Zeit einzigen – Stimmungshöhepunkt sorgte schließlich der Ausfall der Videoübertragung auf der gesamten Fanzone. Ein Kabelbrand brachte hier die Stimmung zum Kochen. Aber auch diese Misslichkeit war nach einer Minute lila Flimmerns bald wieder vergessen, als die Übertragung auf Satelliten umgestellt wurde.

Sportlich bedingte Euphorie ließ aber selbst nach dem holländischen Ausgleich auf sich warten. Abseits einiger “Hup Holland”-Chöre nahm das Gros der Menge die Neuigkeit relativ unbeteiligt auf. Das gleiche Bild bot sich auch nach dem Abpfiff. “Wenn man gegen eine bessere Mannschaft verliert, ist das nicht so hart”, räumte ein 28-jähriger Eindhovener der APA gegenüber ein. Auch die “neutralen” Freunde des runden Leders gestanden den Sieg dem “klar besseren” Team zu. Am lautesten waren noch zwei Russinnen, die sich bei den Treffern ihrer Elf die Seele aus dem Leib schrien: “Ich liebe Russland”.

Am mangelnden Besucherinteresse kann die gelassene Stimmung nicht gelegen haben, denn bis zum Abend hatte sich die Partymeile überraschend gut gefüllt. Zum Anpfiff sahen 20.025 Personen das Match, wobei auch der Heldenplatz von den Fans ausgiebig genutzt wurde, die lieber während eines Fußballspiels sitzen.

Aus Sicht des Wiener Sanitätsteams verlief der Samstag ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse. “Ein absolut ruhiger Abend heute”, resümierte Sprecher Andreas Zenker. Man habe lediglich einige Kreislaufschwächen versorgen müssen. Die freie Zeit nutzte man produktiv: So sammelte ein Trupp der Rettung ein kleines Mädchen ein, dem am Heldenplatz die Eltern verloren gegangen waren. Mittels einer erstmals erfolgten Einblendung auf den Videoleinwänden konnten die Erziehungsberechtigten der zehnjährigen Franziska aber alsbald ausfindig gemacht werden.

Auch die Arbeit der Exekutive hielt sich in Grenzen. “Es war eine Erholungsnacht für die Polizei”, so Oberst Christian Stella.

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