AA

Immo-Steuer soll dem Budget 2 Mrd. Euro bis 2016 bringen

Immo-Steuer soll den Geldsäckel des Bundes füllen.
Immo-Steuer soll den Geldsäckel des Bundes füllen. ©Symbolbild/Bilderbox
Mit der ab 1. April 2012 fällig werdenden neuen Immobilienbesteuerung will die Regierung zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen: Zum einen erhofft man sich, durch die neue Steuer in den nächsten fünf Jahren 2,06 Mrd. Euro an zusätzlichen Einnahmen zu holen, zum anderen soll eine Gerechtigkeitslücke gestopft werden, durch die Verkäufer von Immobilien gegenüber Sparbuchbesitzern und Aktionären begünstigt waren.

Gegenüber dem Begutachtungsentwurf hat sich das Gesetz nur in geringfügigen Punkten (Flurbereinigung, Baulandumwidmungen) geändert, hieß es am Dienstag aus dem Büro von Staatssekretär Andreas Schieder. Nach der bisherigen Gesetzeslage waren gewinnträchtige Grundstücksveräußerungen steuerfrei solange Kauf und Verkauf länger als zehn Jahre auseinanderlagen. Nun soll der Veräußerungsgewinn aus Immobiliengeschäften generell mit einem speziellen Steuersatz von 25 Prozent belegt werden. Dies ist auch der Satz, mit dem seit fast 20 Jahren Zinsen und Dividenden versteuert werden (Kapitalertragsteuer) bzw. mit dem seit 2011 Kursgewinne bei Aktien belastet werden (Wertpapier-KESt).

Ausnahmen vorgesehen

Ausnahmen zur Immobiliensteuer wird es für Eigentumswohnungen und Eigenheime geben, die in den vergangenen zehn Jahren zumindest fünf Jahre lang den Hauptwohnsitz des Verkäufers dargestellt haben (oder wenigstens zwei Jahre ohne Unterbrechung dazwischen).

Ab dem elften Jahr nach dem Anschaffungszeitpunkt soll ein Inflationsabschlag in Höhe von zwei Prozent pro Jahr angerechnet werden. Bei lange gehaltenen Immobilien kann dieser Abschlag 50 Prozent aber nicht übersteigen. Damit versucht man, die Besteuerung von inflationär entstandenen Scheingewinnen zu verhindern/lindern.

Steuerbasis ist grundsätzlich die Differenz zwischen Veräußerungserlös und Anschaffungskosten. Für Grundstücke, die zwischen 1988 und 2002 angeschafft wurden und über eine spätere Umwidmung auf Bauland womöglich massiv an Wert gewonnen haben, soll die Steuerbasis 60 Prozent, der effektive Steuersatz damit 15 Prozent betragen. Vergleichbares Immobilien-Altvermögen, das nicht umgewidmet wurde, wird mit 3,5 Prozent besteuert.

Bereits 2013 massive Mehreinnahmen geplant

Nicht nur für Private, sondern auch für Veräußerungen von Betriebsvermögen durch Firmen gilt künftig der besondere Steuersatz von 25 Prozent. Bei gewerblichen Grundstückshändlern sind die Liegenschaften Umlaufvermögen und müssen regulär versteuert werden. Die Höhe der neuen Immobiliensteuer muss von Parteienvertretern (Rechtsanwalt, Steuerberater) errechnet und dem Finanzamt gegenüber erklärt werden. Fällig wird die Steuer am 15. des zweitfolgenden Monats jenes Tags, an dem der Kaufpreis geflossen ist.

Während der Fiskus für heuer mit lediglich 10 Mio. Einnahmen aus der neuen Immo-Steuer rechnet, soll 2013 das erste Jahr mit massiven Mehreinnahmen werden (350 Mio. Euro). Die jährlichen Zuflüsse sollen bis 2016 auf 750 Millionen ansteigen.

Nach der Einführung der Immobiliensteuer verbleibt “vom bisherigen Spekulationstatbestand nur mehr ein Restbestand”, heißt es in den Erläuterungen zum Gesetz. Dann unterlägen nur mehr zwei Sorten von Wirtschaftsgütern (nach einer Spekulationsfrist) keiner Zuwachssteuer: Edelmetalle und Kunstgegenstände.

(APA)

  • VIENNA.AT
  • Politik
  • Immo-Steuer soll dem Budget 2 Mrd. Euro bis 2016 bringen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen