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Immer wieder Straßenbahnunfälle in Wien

©© APA
In der Bundeshauptstadt ist es in jüngster Vergangenheit wiederholt zu Unfällen mit Straßenbahnen gekommen, bei denen Fahrgäste in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Im Folgenden ein kurzer Überblick:

20. Dezember 2007: Ein 54-jähriger Unterstandsloser versucht in der Station Höchstädtplatz, im letzten Moment in einen Waggon der Linie N zu gelangen. Er wird eingeklemmt, kommt zu Sturz, fällt zwischen Trieb- und Beiwagen, verfängt sich in den Bügeln und wird fast zwei Kilometer vom hintersten Drehgestell mitgeschleift. Der Mann stirbt an einem Schädelbasisbruch.

9. Jänner 2008: Ein sieben Jahre alter Bub bleibt in Wien-Brigittenau beim Einsteigen in den 31er mit einem Fuß in der Tür hängen. Offenbar hatten die Türfühlerkanten nicht funktioniert. Er wird drei Meter mitgeschleift, erleidet schmerzhafte Prellungen.

6. März 2008: Ein 66-jähriger Pensionist erleidet beim Versuch, in der Station Simonygasse in einen Waggon der Linie 9 einzusteigen, schwere Verletzungen. Obwohl er die Haltestange erreicht, schließen sich die Türen. Der Mann wird ein paar Meter mitgeschleift und gerät unter die Straßenbahn. Die Feuerwehr benötigt fast 30 Minuten, um ihn zu befreien.

20. April 2008: Beim Versuch, den abfahrbereiten 31er für seine heranlaufende Mutter aufzuhalten – er stellt einen Fuß in die letzte Tür des Beiwagens – wird ein Achtjähriger eingeklemmt. Er wird 37 Meter mitgeschleift, ehe ein aufmerksamer Passagier die Notbremse zieht. Der Bub kommt mit Abschürfungen relativ glimpflich davon.

Wie Johann Ehrengruber, der Sprecher der Wiener Wiener, am Donnerstag auf Anfrage der APA erklärte, wird es abgesehen vom ersten Fall, der für den angeklagten Straßenbahnfahrer soeben mit einem Freispruch vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung in erster Instanz zu Ende gegangen ist, zu keinen Strafprozessen gegen die betroffenen Mitarbeiter der Wiener Linien kommen. Auch dem Buschauffeur, der am 4. Februar 2008 den 10A kurz verlassen hatte, worauf sich das Fahrzeug auf der abschüssigen Johnstraße selbstständig machte und 15 parkende Autos und ein Motorrad touchierte, bleiben strafrechtliche Folgen erspart. “Es gibt keine Anzeige”, sagte Ehrengruber.

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