Immer weniger Vögel in Wien

Wiener Grüne warnen vor einem Rückgang des Vogelbestands in Wien - Halbierung der Anzahl von Vogelrevieren - Grund dafür Nahrungsmangel und Nistplatzentzug.

Die Tierschutzsprecherin der Wiener Grünen, Claudia Sommer-Smolik, hat am Mittwoch vor der Bedrohung des Bestandes vieler Vogelarten durch Nahrungsmangel und Nistplatzentzugs in Wien gewarnt. In einer Pressekonferenz warf sie der SP-Stadtregierung Untätigkeit in Sachen Vogelschutz vor.


Ein Brutvogel-Monitoring an zwei Probeflächen in Kalksburg habe gezeigt, dass sich in den vergangenen 14 bis 15 Jahren die Anzahl an Vogelrevieren halbierte habe. So sei der Revierbestand von Kohlmeisen um 55 Prozent, von Rotkehlchen um 74 und von Amseln um 79 Prozent zurückgegangen. Die wesentlichen Gründe dafür sind laut Sommer-Smolik die Einschränkung des Lebensraumes und der Nahrungsgrundlagen durch Rodungen von Bäumen und Büschen.

Überpflegte Wiesen lassen Vögel verhungern


Durch “überpflegte“ Wiesen nehme etwa der Insekten- und für die Vögel somit der Nahrungsbestand ab. Man müsse wieder zu „naturbelassenen Wiesen“ zurückkehren, in denen sich „die Insekten wohl fühlen“. Auch das „Schleifen“ von Balkonen und Dächern bedrohe den Lebensraum vieler Vogelarten. „In Wien nimmt die Versiedelung zu“, erklärte die Grüne Landtagsabgeordnete.


Der Stadt Wien warf Sommer-Smolik fehlenden politischen Willens in dieser Frage vor. Sie forderte von der Stadtregierung eine strengere Auslegung des Wiener Baumschutzgesetzes und die Erlassung des „längst überfälligen“ Wiener Bodenschutzgesetzes, das von der ehemaligen Umweltstadträtin Isabella Kossina (S) bis Ende 2003 angekündigt worden sei.


Vor allem der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln in Kleingärten sei ein massives Problem und somit zentraler Punkt für den Vogelrückgang in Wien. Sommer-Smoliks Empfehlung in Richtung der SPÖ: „Der Pestizid- und Düngemitteleinsatz soll gesetzlich geregelt werden.“

Magistrat dementiert Meldung der Grünen

Für wenig aussagekräftig hält die Wiener Umweltschutzabteilung MA 22 jene Daten, die von den Grünen heute, Mittwoch, für ihre Warnung vor einem Vogelschwund in der Bundeshauptstadt genutzt haben. Die Zahl der Vogelreviere auf der Himmelwiese und dem Neuberg in Liesing würden äußerst starken Schwankungen unterliegen. „Daraus können aber keine Rückschlüsse auf ganz Wien gezogen werden“, betonte MA 22-Naturschützer Harald Gross in einer Aussendung.

Der Vogelschutz in Wien ist nach Ansicht des Experten vorbildlich. Er verwies auf die 2003 erstmals durchgeführte „Bestandserhebung der Wiener Brutvögel“ (Brutvogelkartierung). Demnach konnten 148 Vogelarten während der Brutzeit auf Wiener Stadtgebiet nachgewiesen werden. Weitere Ergebnisse: Insgesamt ist Wien Heimat von bis zu 600.000 Individuen. Häufigste Vogelart ist der Haussperling mit ca. 30.000 bis 40.000 Brutpaaren.

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