Immer mehr Wiener suchen eine neue Wohnung

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Der Wohnungswechsel nimmt auf Grund finanzieller Probleme zu und so möchte jede fünfte Wiener umziehen, am liebstens ins Grüne oder in U-Bahn-Nähe.
Jeder fünfte Wiener möchte umziehen, jeder neunte sucht bereits aktiv eine neue Wohnung. Das hat eine SORA-Umfrage ergeben, die im Auftrag der Stadt Wien durchgeführt wurde. Die Nachfrage ist im Vergleich zu 2002 deutlich angestiegen. Mitverantwortlich für die Entwicklung ist nicht zuletzt die Wirtschaftskrise, wie bei der Präsentation der Studie am Mittwoch betont wurde.

Laut Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (S) soll die Erhebung zeigen, welche Motive für einen Wohnungswechsel vorliegen – und wo dabei die Qualitätsansprüche liegen. Insgesamt wurden 2.007 Personen befragt. Besonders aktiv auf der Suche sind demnach Personen über 18 Jahren, die noch in der elterlichen Wohnung leben. Fast die Hälfte will diese Situation ändern, wobei junge Menschen generell häufiger eine neue Bleibe suchen als ältere.

Ein Drittel der aktiv Suchenden ist im Ausland geboren, 24 Prozent kommen aus den Bundesländern. Fast die Hälfte der Suchenden hat weniger als 25 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung. Was auch ein Hauptmotiv für einen Aus- bzw. Umzug ergibt: 65 Prozent hätten gerne eine größere Wohnung. 51 Prozent der Wohnungssuchenden hat ein Objekt zwischen 60 und 100 Quadratmetern Fläche im Auge, jeder Fünfte bevorzugt noch größeres.

Generell sind die Ansprüche gestiegen, wie Ludwig berichtete. Verfügte eine Person im Jahr 1970 über durchschnittlich 25 Quadratmeter Wohnfläche, so sind es heute 42 Quadratmeter. Allerdings: Auch finanzielle Probleme als Motiv der Wohnungssuche nehmen zu, wie SORA-Geschäftsführer Günther Ogris betonte. 13 Prozent nannten solche bei der Umfrage als Grund für den gewünschten Wechsel. In einer Studie aus dem Jahr 2002 war dieser Wert bei 8 Prozent gelegen.

Laut Ogris handelt es sich dabei meist nicht um wirklich einkommensschwache Haushalte, sondern um “Abstiegsphänomene” in der Mittelschicht. Vor allem Alleinerziehende und Singles können sich ihre derzeitige Wohnung nicht mehr leisten. Die Krise hat aber auch eine weitere Auswirkung auf den Markt: Es wird verstärkt in Immobilien – und damit auch in Wohnungen – investiert, hieß es. Auch dies erkläre den Anstieg der Interessenten. Dazu kommt laut Ludwig eine höhere Scheidungsrate und die zunehmende Mobilität der älteren Generation.

Bei der Auswahl einer neuen Unterkunft wird laut Studie vor allem auf folgende Kriterien Wert gelegt: Viel Tageslicht, Balkon oder Loggia, Ausstattung mit Kabel oder Internet sowie Ruhe und umgängliche Nachbarn. Die Umgebung sollte sich vor allem durch Nähe zu den Öffis, am besten zur U-Bahn, auszeichnen. Fast alle Interessenten interessieren sich für energiesparende Wohnbauten, für 54 Prozent sind auch interkulturelle Wohnprojekte attraktiv. Als weniger wichtiger erachteten die Befragten die Raumhöhe.

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