Immer mehr tote Kinder im Straßenverkehr

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Zahl der getöteten Kinder im Straßenverkehr alarmierend hoch - 37 Opfer allein im letzten Jahr - auch wachsende Abgasbelastung und Bewegungsmangel geben Grund zur Sorge.

Rechtzeitig vor Schulbeginn präsentierte der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gemeinsam mit Innenminister Ernst Strasser und dem niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll eine Studie zum Thema „Kinder – die Verlierer im Verkehr“. 37 Kinder starben im vergangenen Jahr im Straßenverkehr – fast 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor – lautet ein alarmierendes Ergebnis der Untersuchung. Allerdings geben nicht nur die Unfallstatistik, sondern auch die wachsende Abgas-Belastung und der zunehmende Bewegungsmangel sowie das daraus resultierende Übergewicht der Kinder Anlass zur Sorge.

Insgesamt wurden vergangenes Jahr im Straßenverkehr 4.111 Kinder verletzt und 37 getötet. 507 Unfälle passierten auf dem Schulweg. Dabei wurden 556 verletzt und zwei getötet. Schuld an der steigenden Zahl der Verkehrsunfälle seien laut VCÖ-Verkehrsexperte Martin Blum unter anderem Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule chauffieren. Sie würden dadurch andere Kinder gefährden, die den Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad meistern. Auch würde der vermeintlich sichere Pkw keinesfalls den nötigen Schutz für die Kleinen bieten. „Schlampig oder gar nicht verwendete Kindersitze sind ein Grund für die zahlreichen Todesfälle. Zum anderen halten viele Eltern auch dann Tempolimits nicht ein, wenn ihr Kind mitfährt“, stellte Blum fest.

Strasser forderte daher alle motorisierten Verkehrsteilnehmer vor allem im Bereich rund um Spielplätze und Schulen zu besonderer Rücksichtnahme auf. Weiters empfahl er, dass Eltern mit ihren Kindern vor Schulbeginn einen sicheren Weg auswählen und trainieren sollten, um die Selbstständigkeit und Sicherheit ihrer Sprösslinge zu gewährleisten. Von Seiten der Exekutive versuche man mit Hilfe verschiedener Maßnahmen, die Gefahren im Straßenverkehr zu minimieren.

Auch Lärm- und Schadstoffbelastungen

Pröll nahm die indirekten Auswirkungen des stetig wachsenden Verkehrs ins Visier. Vor allem die Lärm- und Schadstoffbelastungen seien für Kinder hoch. So sei zum Beispiel die Partikelbelastung im Wageninneren eines im Stau stehenden Autos vergleichbar hoch wie in einem stark verrauchten Lokal. Vor allem die Feinstaub- und Stickstoff-Emissionen durch dieselbetriebene Fahrzeuge seien zum massiven Problem geworden. Pröll betonte daher, dass er sich dafür einsetzten werde, den Einbau von Rußpartikelfiltern auf Europäischer Ebene zu fördern.

Zudem solle ein Mobilitätsprogramm, das an mehreren Pilotschulen durchgeführt wird, zur Verbesserung der Verkehrssicherheit am Schulweg und im Schulumfeld beitragen, meinte Pröll. Die im Modellvorhaben gesammelten Erfahrungen sollen ab 2005 die Grundlagen für ein Österreich weites Beratungsprogramm für schulisches Mobilitätsmanagement liefern.

Schließlich sei eine Bewusstseins-Umbildung bei den Eltern nötig. Denn wer sein Kind mit dem Auto zur Schule bringt, tut ihm nichts Gutes. Der dadurch verursachte Bewegungsmangel sei Mitschuld am zunehmenden Übergewicht der österreichischen Schüler. „Ich weiß, wovon ich rede“, witzelte Pröll. Weiters fördere die tägliche Dosis an Bewegung auf dem Schulweg das seelische und körperliche Wohlbefinden der Kinder, wie die Studie zeige.

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