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Immer mehr Armut in Österreich

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Die Caritas schlägt Alarm: Es gibt immer mehr arme Menschen in Österreich. Im vergangenen Jahr suchten über 45.000 Menschen um Hilfe bei der Caritas an - um 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Caritas schlägt Alarm in Sachen Armut. „Wir hatten 2005 leider um zehn Prozent mehr Leute wegen Armutsgefährdung in Betreuung”, so Caritas-Präsident Franz Küberl nach der Frühjahrstagung der Caritas-Direktoren-Konferenz in Matrei am Brenner im APA-Interview. Küberl spricht von über 45.000 Fällen, die sich Hilfe suchend an eine Betreuungsstelle der Hilfsorganisation wandten:

„Die Menschen bringen auch mehr Probleme mit: Arbeitslosigkeit, steigende Wohnungskosten, existenzielle Sorgen.”

Küberls ernüchternde Bilanz: „Armut ist nach wie vor im Steigen. Wir befinden uns in der dramatischen Situation, dass Armut und Reichtum zugleich steigen.” Die Beschäftigungsinitiativen des Bundes bringen zwar eine „zarte Entlastung”, es brauche aber Formen einer „bedarfsgerechten Existenzsicherung” sowie eine Reform der Sozialbürokratie. „Wir müssen die Lücken im Sozialnetz im Bereich der Ärmsten schließen”, sagte Küberl. Rund 250.000 Menschen sind in Österreich armutsgefährdet.

Eine positive Bilanz schloss Küberl indes über die „Rückkehrhilfe” der Caritas. In diesem Projekt, das in Kooperation mit dem Innenministerium sowie der Europäischen Union (EU) läuft, unterstützt die Caritas abgelehnte Asylwerber und Menschen, die über keine gültige Aufenthaltsgenehmigung und damit kein Zukunftsperspektive in Österreich verfügen, bei der Rückkehr in ihre Heimat. „In den letzten fünf Jahren haben wir über 5.000 Personen geholfen, in ihre Heimat zurückzukehren. Die allermeisten bleiben auch daheim”, so Küberl.

Die „Rückkehrhilfe” der Caritas gilt deshalb als eines der „best practice Modelle” in der EU. Bei anderen EU-Initiativen würden sich bis zu 80 Prozent der Rückkehrer neuerlich auf den Weg in einen EU-Staat machen. Der Erfolg des Caritas-Modells basiert laut Küberl auf den Prinzipien Freiwilligkeit, klaren Perspektiven für einen Neustart und dem Fokus auf der beruflichen und familiären Re-Integration. Dazu komme geringfügige finanzielle Hilfe: „Keine großen Beträge, ein paar hundert Euro.”

„Große Probleme” sieht der Caritas-Präsident beim Asylverfahren. Hauptkritik: „Die Verfahren in der ersten Instanz dauern immer noch viel zu lange. Die Vorladung zum Erstinterview dauert derzeit sechs bis zwölf Monate. Wir hoffen, ersuchen, bitten, drängen, dass die Verfahren endlich qualitätsvoll beschleunigt werden.” Küberl wünscht sich dazu von Innenministerin Liese Prokop (V) einen Bericht darüber, wie eine Verfahrensbeschleunigung in der nötigen Qualität organisiert werden kann.

Für die Erdbebenopfer auf der indonesischen Insel Java bitten die Caritas-Direktoren weiter um Spenden. Medizinische Hilfe und Lebensmitteltransporte des Caritas-Netzwerkes würden inzwischen voll laufen, über 1.000 Freiwillige der Caritas befänden sich im Einsatz. Nach Informationen von Helfern gebe es im Katastrophengebiet aber immer noch 40 Dörfer mit über 2.000 Familien, zu denen man noch gar nicht vorgedrungen sei. „Da braucht es noch Ersthilfe”, meinte Küberl. Die Caritas Österreich hat 30.000 Euro Soforthilfe für das Caritas-Netzwerk zur Verfügung gestellt: „Wir werden weitere Hilfe brauchen und bitten um Spenden.”

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