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Im Zweifel schuldig - Kritik und Trailer zum Film

Seit 14 Jahren sitzt Marcus Wiggins im Gefängnis für einen Mord, den er nicht begangen hat. Einige wenige Studenten der elitären Northwestern University sind seine letzte Hoffnung, dass dieser Justizirrtum aufgeklärt wird. Der Film dokumentiert Unrecht, menschliche Größe und menschliche Abgründe im Verlauf der detektivischen Aufarbeitung eines konkreten Falles. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Das amerikanische Justizsystem hat einen durchaus zweifelhaften Ruf. Allein 2012 saßen laut dem Magazin “New Yorker” mehr Menschen unter US-Justizaufsicht als in den Gulags unter Stalin zum damaligen Höhepunkt – allein 30.000 Häftlinge davon zu Unrecht, schätzt das Center on Wrongful Convictions in Chicago. Einem dieser Fälle widmet sich die Doku “Im Zweifel schuldig” (ab 4. April im Kino).

Kurzinhalt des Films

Marcus Wiggins wurde 1999 wegen Mordes zu 46 Jahren Gefängnis verurteilt, doch in der Nachverfolgung des Falls ergaben sich unzählige Widersprüche: Es gab keine Kugeln und keine Untersuchung am Tatort, ebenso keine Zeugenbefragungen, das Auto von Wiggins hatte eine andere Farbe, Marcus selbst ein Alibi. Für einen Antrag auf “actual innocence” reicht das jedoch nicht. “Es braucht weit mehr Beweise, um jemanden für nicht schuldig erklären zu lassen, als jemanden für schuldig zu befinden”, erklärt der Direktor des Centers, Rob Warden.

Der deutsche Regisseur Axel Breuer und sein niederösterreichischer Produzent Florian Gebhardt wählen einen Stil ähnlich einer Reality TV-Serie und begleiten fünf Jus-Studenten der Northwestern University durch ihr Praktikum an dem Institut. Ihre Erfahrungen sprechen sie am Abend in ihre eigenen Heim-Kameras, womit zwar ständige Interview-Szenarien vermieden werden. Das Format neigt allerdings dazu, sich dem Thema reißerischer anzunähern, als es für einen Dokumentarfilm (Originaltitel “Heroes for a Semester”!) gut wäre.

Kritik zu “Im Zweifel schuldig”

Spannend ist der Film dennoch, was nicht zuletzt an dem Justizskandal liegt, der porträtiert wird. Wie sich im Laufe der Doku herausstellt, wurde Marcus Wiggins als 13-Jähriger von der rassistischen Polizei gefoltert. Seine Klage war erfolgreich, wichtige Personen mussten ihre Posten räumen. Den Verdacht einer Racheaktion bestätigt letztendlich sogar ein ehemaliger Zeuge gegen Wiggins, der eidesstattlich erklärt, dass ihn die Polizei einst im Gerichtsverfahren unter Druck gesetzt hat, um Marcus als Täter zu identifizieren.

Am Ende des Praktikumsemesters – und damit auch am Ende des Films – hat sich am Fall Wiggins trotz all der zutage gebrachten Beweise nichts geändert, dem Antrag auf Entlassung wurde vorerst nicht stattgegeben. Und die Studierenden sind gezeichnet. “Ich kann das System nicht verstehen”, sagte eine kopfschüttelnd. Und eine andere fasst desillusioniert zusammen: “Es ist sehr einfach, zynisch zu werden angesichts dieses Rechtssystems.”

Trailer zu “Im Zweifel schuldig”:

(APA/Red)

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