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Im Zeichen des Sparstifts

Sparen ist das große Thema bei den 18 Klubs der deutschen Fußball-Bundesliga. In den meisten Etatentwürfen für die Saison 2002/2003 spiegelt sich dieser Sparwille jedoch nicht wider.

Gehaltskürzungen, Kader-Verkleinerung, Streichen von Sonderprämien, Zurückhaltung auf dem Transfermarkt – wenn’s ums Geld geht, gibt es kein Tabu mehr. “Durch die Mindereinnahmen aus der Vergabe der TV-Rechte muss jeder Verein mit 18 bis 20 Prozent weniger Einnahmen kalkulieren”, rechnet Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, vor.

In den meisten Etatentwürfen für die Saison 2002/2003 spiegelt sich dieser Sparwille jedoch nicht wider. Nur sieben Bundesligisten haben im Vergleich zu 2001/2002 etwas abgespeckt. Die Gesamtsumme aller Etats übersteigt sogar die des Vorjahres um rund zehn Millionen Euro und liegt auf dem Rekordniveau von 652,7 Millionen Euro.

Als einziger Spitzenklub braucht sich Vizemeister Bayer Leverkusen zurzeit keine finanzielle Sorgen zu machen und kalkuliert sogar mit etwa fünf Millionen Euro (38,5 Millionen Euro) mehr im Vergleich zum Vorjahr. Als Finalist der Champions League verdienten die Rheinländer königlich (33,8 Millionen Euro), durch die Verkäufe von Michael Ballack und Ze Roberto zu Bayer München (rund 24,5 Millionen Euro) kassierten der Verein zusätzlich. Investiert wurde dieses Geld in sechs neue Spieler (25,7 Millionen Euro).

Der FC Bayern will mit einem ähnlichen Etat wie im Vorjahr (62 Millionen Euro) den Weg zurück an die Tabellenspitze finden, kündigte aber an, ebenfalls sparen zu wollen. Der Börsen notierte Meister Borussia Dortmund hat seinen Haushalt (51 Millionen Euro) auf dem Vorjahresniveau eingefroren. Zudem will der BVB seinen Kader um vier Spieler verkleinern, die Gehälter der Profis sollen zusammen gestrichen werden.

Sichtbar wird der Sparwille in den Etat-Planungen von Borussia Mönchengladbach (25 zu 26 Millionen Euro für 2001/2002), 1860 München (29/33), VfB Stuttgart (35,4/39,1), Energie Cottbus (21/22,5), Hansa Rostock (25/25,6), dem 1. FC Kaiserslautern (23/24,5) und 1. FC Nürnberg (12/12,3).

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