Illegale Migration: Bislang 134 Personen nach Slowenien abgeschoben

Die slowenischen Behörden übernahmen bis Ende September 134 Personen.
Die slowenischen Behörden übernahmen bis Ende September 134 Personen. ©APA (Sujet)
Österreich hat in diesem Jahr fast doppelt so viele Migranten, die illegal über die Grenze aus Slowenien eingereist waren, an die slowenischen Behörden übergeben, als im Jahr davor.

Bis Ende September hat Slowenien insgesamt 134 Personen von österreichischen Behörden übernommen, geht aus der Statistik der slowenischen Polizei über illegale Migration hervor.

Die slowenische Seite führt die Steigerung sowohl auf den Zuwachs der illegalen Migration, als auch auf österreichische Kontrollen an der gemeinsamen Grenze zurück, teilte eine Pressesprecherin der Polizei auf APA-Anfrage mit.

Österreich schob heuer doppelt so viele Menschen nach Slowenien ab

Slowenien hat heuer in den ersten neun Monaten mehr Geflüchtete aus Österreich zurückgenommen als im gesamten vergangenen Jahr. Im Vorjahr hatten österreichische Behörden von Jänner bis Ende September 66 Personen nach Slowenien zurückgewiesen, im gesamten Jahr 2019 waren es insgesamt 81 gewesen, wie die Polizeistatistik zeigt.

Eine sichtbare Zunahme von Zurückweisungen zeichnete sich heuer im August ab, als insgesamt 66 Migranten aus Österreich zurückgenommen wurden. In den Monaten davor wurden im Durchschnitt zwei Personen pro Monat übernommen, im Juli stieg die Zahl auf acht Personen. Im September wurden 36 Personen zurückgenommen.

Zuwachs wegen Migrations-Zunahme und Grenzkontrollen

"Der Trend steht im Verhältnis zum Umfang der illegalen Migration, ist aber auch eine Folge der Kontrollen an der EU-Binnengrenze", erklärte die Polizeisprecherin. Einerseits dürfte Österreich für Migranten heuer interessanter geworden sein, andererseits gehe man auch davon aus, dass an der österreichischen Seite mehr illegale Grenzübertritte entdeckt wurden. Durch die Corona-Pandemie habe sich die Art und Weise der Grenzüberwachung an den EU-Binnengrenzen verändert, außerdem setze Österreich weiterhin die Kontrollen an der Grenze zu Slowenien fort, hieß es.

Menschen, die von Slowenien über die grüne Grenze nach Österreich gelangen, werden auf der Grundlage des bilateralen "Abkommens über die Übernahme von Personen an der gemeinsamen Grenze" in das Nachbarland zurückgeschickt. Mit dem Abkommen aus dem Jahr 1993 haben die beiden Länder u.a. die Rücknahme von Drittstaatsangehörigen, die aus dem Gebiet eines Landes rechtswidrig in das andere Land einreisen, vereinbart.

Deutlich höher als für Österreich sind die Zahlen von übernommenen irregulären Migranten aus Italien. Slowenien hat bis Ende September insgesamt 860 Geflüchtete aus Italien übernommen. Das macht drei Viertel aller Personen aus, die auf der Grundlage von bilateralen Abkommen in diesem Zeitraum aus anderen Ländern zurückgenommen wurden (insgesamt 1.120).

Bis Ende Oktober stieg diese Zahl auf 1.320 Personen, zeigt der letzte Statistikbericht, der allerdings keine Aufteilung enthält, wie viele Personen aus einzelnen Ländern zurückgewiesen wurden. Auf der anderen Seite hat Slowenien heuer bis Ende September insgesamt 8.159 Migranten nach Kroatien zurückgewiesen. In den ersten zehn Monaten steig diese Zahl auf 9.077 Personen.

(APA/Red)

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