IG Windkraft: Erneuerbaren-Ausbau-Ziele zu mickrig

Die Branche startet bereits in das zweite Jahr ohne Förderung für Neuprojekte.
Die Branche startet bereits in das zweite Jahr ohne Förderung für Neuprojekte. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Für die IG Windkraft sind die Erneuerbaren-Ausbau-Ziele zu mickrig. Die Branche geht bereits ins zweite Jahr ohne Förderung für Neuprojekte.

Die heimischen Windstrom-Erzeuger wollen höhere Ausbauziele im Erneuerbaren-Gesetz. Die jährliche Ausbaumenge sei mit 400 Megawatt (MW) zu niedrig bemessen, sie müsse auf 500 MW oder 120 Windräder pro Jahr angehoben werden, wolle die Regierung 2030 wirklich 10 Terawattstunden (TWh) mehr Windstrom haben. Die Branche gehe nun bereits ins zweite Jahr ohne Förderung für Neuprojekte, dieser Stopp müsse endlich beendet werden, forderte die IG Windkraft am Dienstag.

Stärkerer Ausbau bis 2030 erforderlich

Ein stärkerer Ausbau - um in Summe 12 TWh - sei bis 2030 erforderlich, weil nämlich in den nächsten zehn Jahren rund 1.000 MW Leistung an alten Windkraftanlagen (mit etwa 2 TWh Erzeugungskapazität) ersetzt werden müssen. Nötig sei "ein Turbo und keine angezogene Handbremse", erklärte der Obmann des Verbandes, Fritz Herzog. Die Erreichung des Regierungsziels einer Stromversorgung aus 100 Prozent erneuerbarer Energie - bilanziell übers Jahr gesehen - bis 2030 müsse "oberste Priorität" haben.

In der derzeitigen Version des Erneuerbaren Ausbau Gesetzes (EAG), wie es am 17. März vom Ministerrat beschlossen wurde, sei Repowering von Windkraftanlagen bei der Förderung nicht enthalten, kritisierte IG-Windkraft-Juristin Ursula Nährer in einem Pressegespräch. Dabei könne es sich nur "um ein Versehen" handeln, denn für Biomasseanlagen sei das klar verankert. Auch die Verpflichtung für Verteilernetzbetreiber, Netzentwicklungspläne zu erstellen, müsse - wie von der EU verlangt - verankert werden.

Auch unterjährig müsse die Förderung von Windkraft mit vollständigem Fördertopf starten, will die IG Windkraft. Zudem sollte eine Differenzierung der Förderung nach Standorten festgelegt werden, wie dies in Deutschland und Frankreich praktiziert werde.

Förderung bei der Windkraft auch über 2024 hinaus gefordert

Und schließlich forderte der Geschäftsführer des Interessenverbandes, Stefan Moidl, auch erneut eine administrative Vergabe der Förderung bei der Windkraft auch über das Jahr 2024 hinaus: Es sei essenziell, nicht nur wie geplant bis dahin auf Ausschreibungen zu verzichten, sondern auch darüber hinaus. In vielen Ländern Europas hätten Ausschreibungen nämlich zu groben Verwerfungen des Windkraftausbaus geführt.

(APA/Red)

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