"Ich habe mich nie geborgen gefühlt"

In ihrem ersten Film spielt Christina Aguilera ein Provinzgirl, das in L. A. zum Star wird. Fast so wie im echten Leben. Denn die Sängerin hatte es schwer, bevor sie zum Superstar wurde - wie sie dem Seitenblicke Magazin erzählte.

In “Burlesque” gibt Christina Aguilera ihr vielbeachtetes Kinodebüt (siehe Foto) ? als junge Sängerin, die ihre Träume von der großen Karriere in einem Nachtklub in Los Angeles verwirklicht. Im Interview spricht sie mit uns über ihre schwierige Kindheit, ihren 30. Geburtstag ? und warum sie gerne ein Miststück ist.

Wie war der erste Tag am Set?
Christina Aguilera: Wie der erste Tag in der Schule. Ich war wirklich sehr nervös. Mit weit aufgerissenen Augen stand ich da und staunte über alles. Aber dann sind mir beim Dreh Flügel gewachsen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Am Ende der Dreharbeiten war ich eine neue Frau geworden, das war eine große Sache für mich ? unabhängiger und stärker.

In “Burlesque” kämpft sich ein Mädchen aus der Provinz zum Star empor. Können Sie sich damit identifizieren?
Ja, denn mir ging es ähnlich. Ich war in der ganzen Nachbarschaft bekannt als das “kleine Mädchen mit der großen Stimme”. Ich wollte immer schon Sängerin werden Das habe ich sicher zu einem Großteil meiner chaotischen Kindheit zu verdanken.

Wie meinen Sie das?
Ich habe mich als Kind niemals richtig sicher und geborgen und vollständig daheim gefühlt. (Anmerkung d. Red.: Aguilera wurde von ihrem Vater missbraucht.) Ich hatte niemals eine richtige Vaterfigur in meinem Leben. Was ich dafür aber immer hatte: die Einstellung einer Kämpferin. Ich wollte mich niemals und unter keinen Umständen wieder hilflos fühlen und ohnmächtig einer anderen Macht ausgeliefert … Das war es, was mich zur Sängerin gemacht hat. Das war es, was mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin. Musik war für mich immer ? noch bevor ich an Plattenaufnehmen oder Berühmtsein dachte ? eine Form der Befreiung und die Flucht vor meiner Kindheit. Es ist oft der Schmerz, der uns antreibt, Entertainer zu werden. Weil wir von etwas erfüllt sein möchten, das wir nie gehabt haben, als wir jung waren.

Cher sagte einmal: “Wenn du im Showbusiness ein netter Mensch bist, zertrampeln sie dich. Und wenn du tough bist, dann nennen sie dich ein Miststück.” Haben Sie solche Menschen in Ihrer Karriere nie getroffen?
Ich bin einer dieser Menschen! (Lacht lauthals.)

Was jetzt genau: ein Miststück oder eine, die zu allen nett ist?
Irgendetwas dazwischen. Aber ich muss schon sagen: Wenn ich eine Frau bin, die weiß, was sie will ? und ich weiß, wie ich es kriegen kann, und ich lasse nicht locker, bis ich?s tatsächlich kriege ?, dann ist das schon in Ordnung. Und wenn du mich deshalb ein Miststück nennst ? dann soll es eben so sein. Aber ich mag es definitiv nicht, besiegt zu werden.

Klingt logisch. Aber auch hart.
Ein Mann in meiner Branche muss sich mit so etwas nicht herumschlagen. Männer haben die Kontrolle und das Kommando ? und niemand käme je auf die Idee, sie einen Mistkerl zu nennen. Eine Frau wird dagegen immer gleich als Diva oder als Miststück beschimpft. Wenn es also das ist, was ich bin, nur weil ich weiß, was ich will: Na gut, dann bin ich es eben, dann soll es so sein.

Warum X-Tinas 30. Geburtstag ein einschneidendes Ereignis für sie war, ob ihr Sohn “Burlesque” mit seiner sexy Mama sehen darf und wie Aguilera mit ihrer Filmpartnerin Cher ausgekommen ist – das alles und noch viel mehr lesen Sie im kompletten Interview mit der Sängerin. Jetzt im Seitenblicke Magazin01/11!

(seitenblicke.at/Foto: dapd)

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