"Ich dachte, ich kann nie mehr lieben!"

Im Vorjahr schlug das Schicksal bei Patricia Kaiser erbarmungslos zu. Jetzt, ein Dreivierteljahr später, startet sie mit viel Energie wieder durch: als Model und bald auch als Moderatorin. Das Seitenblicke Magazin hat exklusiv mit der Ex-Miss über ihr Leben nach dem Horrorunfall gesprochen.

Die Nacht vom 10. auf den 11. Oktober 2009 wird Patricia Kaiser wohl nie vergessen. Den tragischen Autounfall in Niederösterreich, den ihr Freund Gustav Kral mit dem Leben bezahlte. Mittlerweile scheint Kaiser den Schicksalsschlag verarbeitet zu haben ? sie kehrt mit Energie und Lebensfreude ins Rampenlicht zurück und moderiert ab September 2010 die Puls 4 Castingshow “Austria’s New Footballstar”, welche jungen Kickern die Chance auf einen Fixplatz in der Bundesliga ermöglicht.

Seitenblicke: Mit dem Thema Fußball ist jedoch auch ein trauriges Kapitel Ihres Lebens verbunden. Hatten Sie keine Angst, ständig damit konfrontiert zu werden?
Patricia Kaiser:
Ich habe sehr viel an mir gearbeitet. Und ich arbeite weiter.

Gab es den Moment, an dem Sie gesagt haben: Schluss mit Trauern, zurück in den Alltag?
Es gab keinen speziellen Moment. Aber mir wurde langsam bewusst, dass es kein Zufall ist, dass ich heute lebe. Und mir wurde klar, dass ich mein Leben leben muss. Hätte ich mich zurückgezogen und einen Bürojob gemacht, hätte ich mich aufgegeben. Und aufgeben tu ich sicherlich nicht, weil ich meine Familie stolz machen will mit dem, was ich mache. Der liebe Gott hat entschieden, dass ich weiterlebe, und ich mache das Beste daraus. Punkt. Das Leben hat einen Sinn.

Gibt es Menschen, die Sie heute anders sehen als früher?
Ich habe eine sehr gute Menschenkenntnis entwickelt. Wenn mir jemand gegenübersteht, spüre ich genau, wie der ist ? positiv oder negativ. Ich habe aber auch gemerkt, was mir die Familie bedeutet. Familie, Freund, Beziehung, das ist für mich das Allerwichtigste, mein Schatz. Und den bewahr ich im Herzen. Mir ist klargeworden, dass es wichtig ist, über gewisse Dinge zu schweigen. Und sie einfach bei mir zu lassen.

Trotzdem wartet ganz Österreich darauf, dass Patricia Kaiser sagt: “Ich bin wieder verliebt …”
Nein, darauf wartet nicht ganz Österreich. Ich glaube, das ist unwichtig. Mir ist wichtig, dass es mir gutgeht und dass ich mir diesen Schatz bewahre. Ich war nie der Mensch, der mit seiner Beziehung geprahlt und sie großartig in der Öffentlichkeit präsentiert hat. Ich lebe mein Leben ganz normal mit der Person, die ich liebe.

Man kann also sagen: Es gibt da jemanden, aber Sie wollen über dieses Thema nicht reden?
Wie gesagt: Ich lebe mein Leben, so wie es jeder normale Mensch auch tut. Und dazu gehört ein Mensch, den man liebt. Wenn er da ist oder ob er da ist ? das muss man nicht in der Öffentlichkeit zelebrieren.

Anders gefragt: War es schwierig, sich wieder zu verlieben?
(Denkt lange nach.) Ganz ehrlich, ich dachte mir eine Zeitlang, ich bleibe über, ich kann nie wieder lieben.

(Seitenblicke Magazin/Foto: Achim Bieniek)

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