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Ibiza-Skandal hat kaum Auswirkungen auf Einstellung zur Demokratie

Der Ibiza-Skandal hat nur wenig Einfluss auf die grundlegende Einstellung der Österreicher zur Demokratie gehabt.
Der Ibiza-Skandal hat nur wenig Einfluss auf die grundlegende Einstellung der Österreicher zur Demokratie gehabt. ©APA/SPIEGEL/SÜDDEUTSCHE ZEITUNG/HARALD SCHNEIDER
Der Ibiza-Skandal hat die grundlegende Einstellung der Österreicher zur Demokratie nur wenig beeinflusst. Nach wie vor finden knapp 90 Prozent, dass die Demokratie besser als jede andere Regierungsform ist.

Das Ibiza-Video und seine Folgen haben auf die grundlegende Einstellung der Österreicher zur Demokratie nur wenig Einfluss gehabt. Das ist das Ergebnis des Demokratieradars, den Politikwissenschafter der Universitäten Graz und Krems am Donnerstag in Wien präsentiert haben. Knapp 90 Prozent finden, dass die Demokratie besser ist als jede andere Regierungsform - und zwar vor und nach der Zäsur im Mai 2019.

"Demokratieradar" mehrmals durchgeführt

Die dritte Welle des "Demokratieradars" hat das "Austrian Democracy Lab" der beiden Universitäten in den Monaten März und April vor der Veröffentlichung des Ibiza-Videos am 17. Mai durchgeführt, die vierte dann von Oktober bis Dezember nach der Nationalratswahl während der Phase der Regierungsverhandlungen, erklärte Katrin Praprotnik von der Donau-Universität Krems. Befragt wurden rund 4.500 Personen, davon 2.500 per Telefon, der Rest online.

Fazit: Die Zustimmung zum System habe ein paar Schwankungen aber keinen Einbruch durch das Ibiza-Video und die nachfolgenden Ereignisse (Misstrauensvotum, Übergangsregierung, Neuwahl) erfahren. Während in der dritten Welle 89 Prozent bzw. in der vierten 88 Prozent der grundlegenden Frage nach der Demokratie als beste Regierungsform zustimmten, sind das bei derer konkreten Ausgestaltung hierzulande 74 bzw. 73 Prozent. "Spannend" sei dabei, dass der Anteil derjenigen, die sehr zustimmen, beim konkreten System in Österreich mit 12 bzw. 14 Prozent wesentlich geringer als jene Gruppe ist, die dem eher zustimmt.

Trotzdem sei relevant, zu schauen, wer zu den Zufriedenen bzw. zu den Unzufriedenen gehört, so Praprotnik. Bei einer Differenzierung nach dem Geschlecht zeigten sich kaum Unterschiede, ebenso beim Alter, wobei hier die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen am skeptischen ist. Das liege daran, dass sich diese Gruppe gerade im ökonomisch anspruchsvollsten Lebensabschnitt befindet, so Praprotnik. Während auch die formale Bildung nur einen kleinen Aspekt darstellt, hat die wirtschaftliche Situation einen größeren Einfluss auf die Einstellung. Und zwar wurde die persönliche Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Situation abgefragt. Je höher diese ist, desto höher ist die Demokratiezufriedenheit.

FPÖ-Wähler sind deutlich unzufriedener als Grünwähler

Nach Parteipräferenz unterschieden zeigt sich, dass FPÖ-Wähler deutlich unzufriedener sind als Grünwähler. Das liege daran, dass Wahlverlierer tendenziell immer unzufriedener sind als Wahlgewinner, das sei auch international zu beobachten. Im internationalen Vergleich sei Österreich im Spitzenfeld was die Demokratiezufriedenheit anbelangt.

Laut Flooh Perlot von der Karl-Franzens-Universität Graz zeichnet sich dennoch eine leichte Zunahme des Wunsches nach Änderungen innerhalb dieses demokratischen Rahmens ab. Aktuell stimmten 51 Prozent der Aussage zu, dass das politische System in Österreich umgebaut werden sollte, ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber der zweiten Welle. 49 Prozent sind der Meinung, dass es gut funktioniere. Auch hierbei zeige sich, dass beim Reformwunsch die persönliche wirtschaftliche Situation einen großen Einfluss habe.

Interessant sei, dass jene, die sich für Änderungen aussprechen, direktdemokratische Verfahren favorisieren. Jene, die mit dem Status quo zufrieden sind, eher auf repräsentative Mechanismen setzten. Kaum Zustimmung finden hingegen autoritäre Systeme. Die Befürworter liegen in dieser Kategorie bei rund zehn Prozent.

Demokratieradar beschäftigt sich mit Demokratiezufriedenheit in Ö

Das Demokratieradar ist eine halbjährliche Bevölkerungsumfrage der Donau-Universität Krems und der Universität Graz, die in Kooperation mit Forum Morgen durchgeführt wird. Es steht im Zentrum des wissenschaftlichen Forschungsprojekts "Austrian Democracy Lab". Halbjährlich präsentiert das Demokratieradar mit rund 4.500 Befragten einen Einblick in das Demokratieverständnis und die Demokratiezufriedenheit in Österreich und widmet sich zusätzlich einem Schwerpunktthema.

(APA/Red)

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