Ibiza-Drahtzieher muss wegen Drogendelikten vor Gericht

Der Prozesstermin steht noch nicht fest.
Der Prozesstermin steht noch nicht fest. ©APA
Der Ibiza-Drahtzieher Julian H. muss vor Gericht - nämlich wegen Drogendelikten. H. soll 1,25 Kilo Kokain verteilt haben. Der Prozesstermin steht noch nicht fest.

Die Anklageschrift gegen den mutmaßlichen Drahtzieher des Ibiza-Videos, den Privatdetektiv Julian H., ist fertig - und zwar jene im Zusammenhang mit Drogendelikten. Sie wurde bereits zugestellt, ist aber noch nicht rechtskräftig, bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, der APA einen Bericht des Onlinemediums exxpress.at. Für das Verfahren zuständig ist das Landesgericht St. Pölten.

Noch kein Prozesstermin

Prozesstermin bzw. Planungen - für den sicherlich bevorstehenden Medienansturm - gibt es noch keine. Das Landesgericht wartet die Rechtskraft der Anklage ab, hieß es auf APA-Anfrage.

Laut exxpress.at wirft die Staatsanwaltschaft dem in U-Haft sitzenden H. Suchtgift-Delikte vor. Es soll um drei Übergaben in Salzburg, der Stadt Haag und in Oberösterreich von gesamt 1,25 Kilo Kokain mit einem Schwarzmarktwert von etwa 47.000 Euro gehen - und zwar zeitlich angesiedelt rund um den Dreh des Ibiza-Videos (im Juli 2017), heißt es in dem Onlinebericht. Bei einer Verurteilung würden bis zu 15 Jahre Haft drohen.

Julian H. als Kopf hinter Ibiza-Video

Julian H. soll eine Schlüsselrolle im Zusammenhang mit dem Video gehabt haben, das den damaligen FPÖ-Obmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache und FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus in einer Villa auf Ibiza im Gespräch mit einer vermeintlichen Oligarchennichte zeigt. Die Veröffentlichung des Videos im Mai 2019 brachte nicht nur Strache und Gudenus um ihre Jobs, sondern erschütterte die Politik nachhaltig: Die türkis-blaue Regierung zerbrach, es kam zur Neuwahl. Und die Untersuchung der "mutmaßlichen Käuflichkeit der türkis-blauen Bundesregierung" im U-Ausschuss schlägt derzeit hohe Wellen.

H. seit März in U-Haft

Julian H. sitzt seit März in Wien wegen Tatbegehungs- und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft - nachdem er Mitte Dezember in Berlin mit Europäischem Haftbefehl festgenommen und in der Folge an Österreich ausgeliefert worden war. Im April hatte er als Auskunftsperson im U-Ausschuss kundgetan, dann er sich als Opfer voreingenommener und befangener Ermittlungen sehe ("Es wird versucht, mich mundtot zu machen") - und mit dem Video nur ein Sittenbild des österreichischen politischen Systems habe zeichnen wollen.

(APA/Red)

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