Häupl schwang bei Buchpräsentation den Kochlöffel

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Selten hat die Öffentlichkeit den Wiener Bürgermeister Michael Häupl so erlebt, wie Dienstagabend im noblen Innenstadt-Palais Szechenyi: nämlich mit hochgekrempelten Ärmeln den Kochlöffel schwingend, um frische "Fleischlaberl" zuzubereiten.

Grund dafür war die Präsentation des Kochbuches “Grenzenlos kochen”, als dessen Herausgeber das Oberhaupt der Bundeshauptstadt fungierte. Tatkräftig unterstützt wurde er von den Fernsehköchen Andreas Wojta und Alexander Fankhauser.

“Die Grundidee war, anhand der Küche im Wiener Raum widerzuspiegeln, was sich multikulturell in der Stadt abspielt”, erklärte Häupl den Sinn des Buches. Denn die traditionelle Wiener Küche hat Geschichte und ist von den ehemaligen Kronländern, aber auch weiter entfernten Staaten wie Iran, Indien und Rumänien beeinflusst. Auch privat koche er sehr gerne, erzählte der Bürgermeister und nunmehrige Kochbuch-Herausgeber, “vor allem Beuschel und Bruchfleisch”. Weniger begeistert sei er hingegen, wenn ihm Fenchel auf den Teller kommt. “Der schmeckt mir einfach nicht.”

Für die einzelnen “Länderkapitel” der Koch-Fibel standen erfolgreiche Manager und Unternehmer Pate, die von dort stammen und Wien als ihr Lebenszentrum gewählt haben. So zum Beispiel der Gastgeber des Abends, Teppich-König Ali Rahimi. Er wurde in Teheran (Iran) geboren und steuerte “Hühnerkeulen mit Granatapfelsauce” sowie “Melanzani mit Reis und Kalbfleisch” bei. “Ich liebe Huhn und Melanzani”, begründete der Unternehmer seine Rezeptwahl. “Blendender Koch” sei er keiner, aber “ein bisserl was könne er schon.”

Regisseur Robert Dornhelm bezeichnete sich selbst als “Mann ohne Rezepte”. “Ich koche nach Lust und Laune – und das sehr gerne”, erklärte er. Der im westrumänischen Timisoara geborene Dornhelm reichte unter anderem eine “Krautsuppe mit Fleisch” und “Krautrouladen” für das Kochbuch ein. Der Italiener Fabio Giacobello, Betreiber des Wiener Nobellokals “Fabio’s”, legte bei der Auswahl für seine “Grenzenlos kochen”-Rezepten Wert auf eine “gute Abstimmung zwischen dem Norden und Süden von Italien”.

Alle Kochanleitungen wurde vor Veröffentlichung von den ORF-Köchen Andi und Alex auf ihre Tauglichkeit getestet. Das Fazit: “Alle Rezepte sind einfach nachzukochen und in der Kochkunst formvollendet”, konstatierte Alex. Geboren wurde die Idee für das Kochbuch am Herd ihrer “Frisch gekocht”-Küche, als der Bürgermeister einst zu Besuch war und über die Wiener Küche und ihre multikulturelle Tradition geplaudert wurde.

Sehr interessiert an der Buchpräsentation schien auch die illustre Gästeschar: Zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Politik wie REWE-Vorstand Frank Hensel, Nationalratsabgeordnete Laura Rudas (S), PR-Profi Peter Hochegger, ÖGB-Präsident Rudolf Hundsdorfer sowie einige Seitenblicke-“Adabeis” ließen sich die kulinarische Vorstellung im Palais Szechenyi nämlich nicht entgehen.

Die 36-Rezepte umfassende Kochfibel ist ab Anfang nächster Woche in allen BILLA-Filialen und im Buchhandel erhältlich. Der Erlös geht an “Licht ins Dunkel”. “Es handelt sich nicht um einen Nebenverdienst von mir”, betonte der Bürgermeister lachend.

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