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Hunderte nahmen Abschied

Eine Woche nach dem Mord an Rudolph Moshammer haben hunderte Münchner am Freitag Abschied von dem Modeschöpfer genommen.  Reaktionen   | Die deutsche Presse  |  

Zu den Klängen von Mozarts Streichquartett defilierten sie in der Münchner St. Lukas Kirche an dem mit einem weißen Blumenmeer bedeckten Mahagoni-Sarg vorüber. Der 64 Jahre alte „Mosi“ wird morgen, Samstag, beigesetzt. Zu der Trauerfeier in der Allerheiligen-Hofkirche werden 400 geladene Gäste erwartet.

Moshammer war am vergangenen Freitag erdrosselt in seinem Haus gefunden worden. Der mutmaßliche Mörder, ein 25-jähriger Iraker, gab an, Moshammer habe den vereinbarten Liebeslohn nicht zahlen wollen.

Als Haupterben hat der Modeschöpfer seinen Geschäftspartner, den Immobilienhändler Walter Käßmeyer (76) eingesetzt. Er soll das auf mehrere Millionen Euro geschätzte Erbe im Sinne Moshammers verteilen. In seinen Vermächtnissen hat der 64-Jährige unter anderem Obdachlose und seinen langjährigen Chauffeur bedacht. Auch für seine Hündin Daisy ist gesorgt. Sie soll laut „Bild“-Zeitung zusammen mit dem Chauffeur in dem Anwesen Moshammers in Grünwald leben dürfen.

Der Pfarrer der evangelischen Lukaskirche, Helmut Gottschling, sagte, Moshammer sei zwar aus der Kirche ausgetreten, jedoch sei er der Gemeinde durch sein Engagement für die Obdachlosen eng verbunden gewesen. Die Entscheidung für die Aufbahrung sei auf Anfrage des Freundeskreises gefallen. „Wir möchten den Menschen, die Abschied nehmen möchten, dafür einen würdigen Rahmen geben“, sagte Gottschling. Das Bedürfnis der Menschen nach einem bewussten Abschied sei auch an der Modeboutique Moshammers deutlich geworden, wo sich seit dessen Ermordung Blumen und Abschiedsbriefe häufen.

Von dem Vermögen Moshammers sollen laut „Bild“-Zeitung der von Moshammer gegründete Verein „Licht für Menschen ohne Obdach“ ein Bankguthaben sowie den Gewinn aus der Versteigerung eines originalen Napoleon-Hemdes erhalten. Allerdings gibt es Unklarheiten um den Verein. Medienberichten zufolge soll er nur auf dem Papier bestanden haben. Moshammers Yorkshire-Hündin Daisy darf bis zu ihrem „natürlichen Tod“ in dem Nobel-Anwesen in Grünwald leben. Danach soll die Villa für wohltätige Zwecke verkauft werden. Der Chauffeur erbt dem Bericht zufolge die Eigentumswohnung in München, in der er schon lebt. Auch die Haushälterin des Modeschöpfers und die Pächterin des Restaurants „Hundskugel“ würden finanziell versorgt.

Der Haupterbe und Geschäftspartner Käßmeyer hat keine Erklärung abgegeben, ob er das Erbe antreten will, sagte der Präsident des Amtsgerichts München, Gerhard Zierl. Zeitungsberichten zufolge ist Käßmeyer seit 1966 zu 50 Prozent an Moshammers Boutique beteiligt. Er soll „Mosi“ einst einen Kredit von 230.000 Euro gewährt haben, damit dieser sich aus einfachen Verhältnissen hocharbeiten konnte, schrieb „Bild“.

Mutmaßlicher Moshammer-Mörder wollte sich vermutlich absetzen

Der mutmaßliche Mörder des Münchner Modemachers Rudolph Moshammer wollte sich nach der Tat möglicherweise in den Irak absetzen. Der als Koch in einem Fastfood-Restaurant tätige Iraker sei am Tag nach dem Mord erst gegen Mittag bei seinem Arbeitgeber erschienen und habe um einen zweiwöchigen Urlaub gebeten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, Anton Winkler, am Freitag. Der 25-Jährige habe angegeben, in seine Heimat reisen zu wollen.

Die Freundin des mutmaßlichen Täters habe inzwischen weitere Personen benannt, die angeblich mit Moshammer Kontakt hatten. Sie hatte zuvor ausgesagt, sie habe ihren Freund schon mindestens ein Mal auf dem Beifahrersitz eines schwarzen Autos gesehen, bei dem es sich um Moshammers Rolls Royce gehandelt haben könnte.

Spekulationen um sein Erbe

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