Hunderte bei Demo gegen Islam vor Prager Burg

Hunderte Menschen haben am Freitag vor der Prager Burg, dem Sitz von Staatspräsident Milos Zeman, gegen die "Gefahr der Islamisierung" in Tschechien demonstriert. Die Veranstaltung wurde von der Facebook-Initiative Namens "Wir wollen keinen Islam in der Tschechischen Republik" in Reaktion auf die Attentate in Paris einberufen.


“Europa, wach auf!”, “Es gibt keinen gemäßigten Islam” und “Islam ist Übel” hieß es auf den Transparenten der Teilnehmer, die auch tschechische Flaggen mitgebracht haben. Die Veranstalter der Demonstration verteilten Abzeichen mit dem Logo ihrer Initiative – eine durchgestrichene Moschee.

Auch einige Politiker waren unter den Anwesenden, beispielsweise der Chef der populistischen Bewegung “Tagesanbruch der direkten Demokratie”, Tomio Okamura, die Vizechefin des Klubs der oppositionellen konservativen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) im Abgeordnetenhaus, Jana Cernochova. Die Redner forderten die Annahme von Gesetzen, die die “Islamisierung Tschechiens verhindern” würden.

Laut einer Befragung des Prager Meinungsforschungsinstituts Median für den Tschechischen Rundfunk meinen 53 Prozent der Tschechen, dass das Risiko von terroristischen Anschlägen auch in Tschechien angestiegen sei. 88 Prozent der Teilnehmer der Umfrage haben sich für strengere Kontrollen auf den Flughäfen und an der Staatsgrenze ausgesprochen. 87 Prozent würden strengere Aufnahmekriterien für Immigranten aus islamischen Ländern unterstützen.

Laut dem tschechischen Inlandsgeheimdienst BIS droht Tschechien keine unmittelbare Gefahr eines terroristischen Anschlags. “Von unseren eigenen sowie von unseren ausländischen Partnerinstitutionen haben wir keine heiße Information über eine sofortige Gefahr”, sagte der BIS-Sprecher Jan Subert.

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